Aoife Nessa Frances – Land of No Junction

Möchte ein Songwriter heutzutage ein Album erstellen, dass sich einer einfachen Kategorisierung und einer guten Vergleichbarkeit entzieht, so muss schon einiges dafür getan werden. Aoife Nessa Frances schafft dieses Kunststück über weite Strecken auf ihrem Debüt mit bemerkenswerter Leichtigkeit. „Land of No Junction“ etabliert einen klaren Stil, der eine einzigartige, fast jenseitige Qualität einführt. Cian Nugent’s hypnotische Gitarrenriffs dienen als perfekte Kulisse für Frances’ reichen und samtigen Gesang. Die irische Folksängerin zeigt dieses Element besonders deutlich in „Blow Up“, dass wundervoll mit Streicher-Arrangements von Ailbhe Nic Oireachtaigh untermalt wird.

Die Streicher sind auf dem gesamten Album verteilt und bereichern die Songs mit ihrem seidigen Klang. Das Album hat ein eindringliches, manchmal melancholisches Gefühl, aber Tracks wie „Libra“ und „In the End“ fügen ein Element der Leichtigkeit hinzu, während sie dennoch dem unverwechselbaren Stil des Albums entsprechen. „Here in the Dark“ gehört neben dem verträumten Titeltrack, der das Album mit einem weichen Finish abschließt, zu den stärkeren Tracks auf dem Album. Eine wachsende Dynamik treibt dabei das Album mit großer Zuversicht voran, als würde es von einer vertrauenswürdigen transparenten Einheit über ein unbekanntes Gebiet geführt. 

Es ist also eine Schande, wenn dieses Gefühl der Weiterentwicklung zum Ende des Albums hin nachlässt. Trotzdem bleibt „Land of No Junction“ ein Album, das den Hörer beruhigt und verblüfft neben dem wunderschön arrangierten Set mit seiner seltsamen klanglichen Anziehungskraft. Aber vor allem ist es Frances’ exzellentes Songwriting, das dieses sehr starke Debüt letztlich aufrechterhält.