Anna Ternheim – The Night Visitor

„Am Tag meiner Geburt im Jahr 1987 gab es einen totalen Stromausfall, ich kam um drei Uhr in der Früh beim Schein von Taschenlampen zur Welt. Deshab schreibe ich nächtliche Musik… das war schon immer so und wird wohl auch ewig so bleiben.“ Anna. Die erste offizielle Clip aus dem neuen Anna Ternheim Album ‚ The Night Visitor ‚ mit Namen ‚ The longer the waiting (The sweeter the kiss) ‚ entstand zusammen mit Dave Ferguson auf seiner Veranda in Goodletsville, Tennesse. ‚ The Night Visitor ‚ ist bereits das vierte Album der schwedischen Songwriterin. Darin finden sich bezaubernde Schatten Ihrer Landsfrau Sophie Zelmani ebenso, wie ergreifende und dringliche Klavier-linien von Künstlern wie Coldplay (als man diese Band noch gut finden durfte) bis hin zu einer gewissen Dido.

Der Opener ‚ Solitary Move ‚ ist sparsam mit seinen musikalischen Bewegungen, hungert fast unbewusst und versucht dabei trotzdem die absolute Kontrolle über sich zu behalten. Nur langsam lösen sich die selbsterlegten Fesseln und erst gegen Mitte des Tracks verspüren wir erneut einen seltsam glühenden Appetit auf die Kunst von Anna Ternheim. ‚ The Night Visitor ‚ hat drei Jahre auf sich warten lassen, natürlich ist die damalige Nähe zu einer verfrorenen Distanz verkommen und muss sich nun erneut beweisen. Dabei zur Hilfe gehen Anna Ternheim ohne Zweifel die vielen lieblichen Details. Hypnotische Schwingungen und feine Orchestrierungen durchziehen die folgenden Minuten, ein irdischer Engel singt sich durch Niederlagen, Siege, Bekannten und Gefährten, Leben und Tod. „Ich wollte diesem Album eine unmittelbare und zeitlose Qualität verpassen.

Ich wollte, dass meine Stimme hervorsticht und dass die Instrumente wie Instrumente klingen“, erklärt Anna und neben Ihr selbst, sind auf dem Album auch die namhaften Musiker Matt Sweeney und Will Oldham vertreten. Schlussendlich illustriert das vierte Album in gewisser Weise die Essenz ihres Wesens: sie ist eine alte Seele mit einem furchtlosen, fast schon kindischen Verlangen nach dem Unerforschten mit einer ramponierten Gibson-Gitarre aus den 1930ern im Gepäck.