Amyl And The Sniffers – Big Attraction & Giddy Up

Die Australier Amyl And the Sniffers kennen sich mit den Grundzutaten des Punk Rock sehr genau aus. Sie wissen um die Bedeutung eines tollen Namens. Die Sex Pistols, Black Flag, Wire, Hūsker Dū – alles epische Namen. Zweitens braucht es Stil. Die Ramones hatten ihre Lederjacken, die New York Dolls hatten ihr Make-up und die Sex Pistols Ihren metallischen Schmuck. Drittens sollten Ihre Songs radiofreundlich sein. All diese Kriterien erfüllen auch Amy And The Snifflers und präsentieren uns mit dem Album Big „Attraction / Giddy Up“ einen absoluten Knaller mit zehn Songs aus ihren ersten beiden EPs.

 

 

Amyl And The Sniffers sind brillant. Sie besitzen die besten Teile des Punk und 70er Rock – aber ohne den ganzen Unsinn. Ihre Songs machen Spaß und Sie fühlen, dass die Lautsprecher aufgrund der glühenden Hitze der Riffs und der zerstreuten Gesangs schmelzen werden. „Big Attraction / Giddy Up“ besteht aus den ersten beiden vergriffenen EPs und Gerüchten zufolge wurde „Giddy Up“ in 12 Stunden geschrieben und aufgenommen, als Amy Taylor (Gesang), Bryce Wilson (Schlagzeug), Dec Martens (Gitarre) und Gus Romer Mitbewohner waren. Nach dem Hören von „Giddy Up“ fühlt es sich definitiv so an. Es herrscht eine Unmittelbarkeit dieser vier Songs, die es wirklich nur in Punk / DIY-Szenen gibt. 

Alles hier fühlt sich an, als würde es gleich implodieren. „Mole (Sniff Sniff)“ ist 47 Sekunden lang, drei Akkorde schleudern uns zu Boden. „I Am Not A Loser“ ist einer der besten Punksongs des letzten Jahrzehnts. “People look at me like I’m a hooker, but I just want to be a venue booker, I’m not a loser” während es im Hintergrund von den Jungs ertönt: “She’s not a loser”. Das Album hat eine zerlumpte Schönheit, die das ansprechende Songwriting angenehm durchscheinen lässt. Manchmal zeigen sie noch ihre Naivität, aber das ist auch Teil ihres Charmes. Amyl And The Sniffers wissen letztlich genau was sie hier tun.

9.5