Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra – Theatre Is Evil

„Meine Damen und Herren, wie könnte ich meine Pulsadern aufschneiden, wenn ich nicht aufhören kann zu tanzen? Unverfroren und ganz verloren, direkt aus New York City, the Grand Theft Orchester!!“ So erklingen die ersten Worte aus dem neuen Album ‚ Theatre Is Evil ‚ von Amanda Palmer und neben der Sängerin mit Ihrem bitteren und scharfsinnigen Songwriting, gehören dazu noch Michael McQuilken (Schlagzeug), Chad Raines (Gitarre, Synthies) und Jherek Bischoff (Bass). Gemeinsam erschaffen sie ein Album voller wütender, trauriger, lustiger und mitfühlender Momente, die symphonische und theatralische Pop-Musik mit deren stratosphärischen Arrangements in das Korsett der Perfektion spannen. Dichtgedrängt und mit ungeheuerlich viel Geschick für mechanische Vervielfältigungen, lässt einem das neue Album der ehemaligen Frontfrau der Dresden Dolls nach dem ersten Song ‚ Smile (Pictures Or It Didn’t Happen) nicht mehr los. Ein krasser Kontrast wird dem Hörer kurz darauf mit dem reduzierten Track ‚ The Killing Type ‚ geboten. Ein nervöses Schlagzeug, ein paar alleinstehende Gitarren-Riffs und der Gesang strömen ungefiltert in die intimen Details, beschwören mit den gelegentlich stratosphärischen Weiten feine Synthie-Wellen und finden die exemplarische Erlösung in den eingängigen Refrains. Im Anschluss folgt ‚ Do It With A Rockstar ‚ und es ist absolut unglaublich, wie sich aus dieser anfänglichen stockenden Nummer so ganz plötzlich ein Hit entwickelt, der unverschämt unterhaltsam durch die Strophen wackelt. Es ist eine freudetrunkene Hymne im Stil der früheren Kaiser Chiefs. Man möchte es kaum glauben, aber Amanda Palmer hat hier einen Sturmlauf entfacht – und der unhaltbare Ohrwurm war geboren. ‚ Theatre Is Evil ‚ elektrisiert zudem mit Piano, lässt Songs wie ‚ Want It Back ‚ oder ‚ The Bed Song ‚ in einem wunderbaren Glanz erstrahlen und überbrückt im nächsten Augenblick mit ‚ A Grand Theft Intermission ‚ die Hürden leiser Märchengeschichten, wenn zu aufbrausenden und orchestralischen Kompositionen äußerst voluminöse und erstaunlich farbenfrohe Bemalungen durch die Boxen brechen. Sowohl musikalisch, wie auch lyrisch, gibt es auf dem neuen Werk nichts zu beanstanden. Schritt für Schritt führt uns Amanda Palmer mit Ihrem Grand Theft Orchestra in die bezaubernde und makellose Welt, in der sogar ein Plätzchen für die Gitarren-Riffs von ‚ My Sharona ‚ gefunden wurde. Wo? Findet es heraus! Es gibt hier verdammt viel zu entdecken. Also nutzt eure freie Zeit und besorgt euch diese Platte. Lohnenswert.