Alex Maas – Luca

Dieses relativ kurze Album von ALEX MAAS ist voll psychedelischen Sanftmut und Selbstbeobachtung und betrachtet eine Welt voller Verwirrung, während es immer noch faszinierend und monströs ist.

Alex Maas war zusammen mit seiner Austin-Truppe The Black Angels seit über einem Jahrzehnt an der Spitze des schweren, verhängnisvollen Rocks. Als Gründer der Reverberation Appreciation Society und des Levitation Festivals hat er Texas wieder auf die Karte als zentralen Knotenpunkt aller psychedelischen Dinge gesetzt. Mit seinem neuen Album – seinem Solo Debüt – greift er viele der gleichen Themen wie in seiner Band auf, aber mit einer etwas pastoraleren, raffinierteren Einstellung. Wo The Black Angels hämmern und scheuern, ist Maas selbst reflektierender – ähnlich wie der Klangunterschied zwischen der ersten und dritten Velvet Underground Platte.

Aber lyrisch ist es eine Hymne für Optimismus: Der Texaner, der sich gegen die Verrücktheit der Welt und die gesellschaftlichen Erwartungen wehrt, geht trotzig und scheinbar zufrieden seinen eigenen Weg und weigert sich, sich anzupassen. An anderer Stelle wandert das Album in einige unscharfe experimentelle Gewässer. Aber Maas begibt sich zu keinem Zeitpunkt außerhalb seiner Komfortzone, obwohl die Platte als solches durchaus eine Abkehr von seiner Arbeit mit The Black Angels darstellt. Das Herzstück aus „500 Dreams“ und „What Would I Tell Your Mother“, trägt dagegen den eindringlichen Schauer von Deerhunter’s „Mikroburg“ in sich.

„Luca“ sitzt irgendwo zwischen den verwunschenen Klangfarben von Leonard Cohen’s „Various Positions“ und Vic Chesnutt’s „West of Rome“ und ist mit Sicherheit Nachtmusik. Eine Sammlung, auf die man sich am Ende des Tages verlassen kann – und die sich perfekt zum Flackern des Kerzenlichts bewegt.

7.7