7 Dollar Taxi – Well, It’s About Time

Man wirbt mit Ihnen unter dem Namen „Franz Ferdinand“. Hält die Überflieger sogar für besser. Aber was hat die Band 7 Dollar Taxi aus der Schweiz tatsächlich zu bieten? Nun, zum einen Ihre aktuelle Single ‚ Sputnik & Laika ‚, zum anderen natürlich das Debütalbum ‚ Well, It’s About Time ‚ mit 14 aufgedrehten Songs, die ohne Frage sehr an die gegenwärtigen, englischen Bands erinnern. Besonders Sänger Tizz trägt viel dazu bei, für den Rest sorgen Chris (Gitarre, Gesang), César (Bass, Gesang) und Simon (Schlagzeug). Mich erinnern 7 Dollar Taxi in erster Linie an die Arctic Monkeys zu Ihren Debützeiten. ‚ Sputnik & Laika ‚ klingt in einigen Passagen verblüffend ähnlich – doch die überschäumenden Instrumentierungen kristallisieren nach wenigen Minuten den eigenen Stil deutlich heraus.

7 Dollar Taxi gehen dazu wesentlich verspielter und fröhlicher ans Werk. Melodiös wird im mehrstimmigen Gesang die Gitarre im nächsten Stück ‚ Downtown ‚ gestimmt, während man sich doch ernsthaft die Frage stellen muss, wie diese Band so unbehelligt in den letzten Jahren durch die schweizerischen Landschaften wandeln konnte. Was folgte war dann allerdings ein Künstlervertrag über fünf Alben, inklusive Umzug nach London. Doch mit der Finanzkrise gerieten die Verhandlungen plötzlich ins Stocken und die Band, die mit gepackten Koffern auf den Vertragsabschluss wartete, blieb an Ort und Stelle stehen. Es dauerte geschlagene anderthalb Jahre, bis man sich von dem Label verabschiedete und das Album in Eigenregie im Heimatland veröffentlichte.

Aber genug der Vergangenheitsbewältigung, denn gerade eben erinnert mich ‚ Wicked Witch ‚ in seiner brachialen Verrücktheit an Bonaparte. Eine verdammt wilde Mischung also, die dem Hörer in der gebräuchlichen Anfangsphase über den rotierenden Kopf geschüttet wird. ‚ Well, It’s About Time ‚ wurde in den Soundfarm Studios bei Luzern aufgenommen, im Zeitraum von 2007 bis 2010 und wüsste man es nicht besser – den losen Zusammenhalt würde man hier zu keiner Sekunde vermuten oder gar suchen. Die Platte ist in jedem Fall sehr stimmig, manchmal sogar romantisch hoffnungslos – aber ehe man sich am Ende darüber im Klaren wird, steckt man auch schon Knöcheltief in der blühenden und faszinierenden Fantasie eines Albums, dessen Release in Deutschland längst überfällig scheint.