Zpyz – 2080

ElectronicSynth Pop, August 2010

Erst vor ein paar Tagen erblickten wir das neue Video ‚ Walking Alone ‚ auf unserem Lieblingsmusiksender MTV und waren im selben Moment glücklich. Glücklich darüber, das zumindest ein deutscher Musiksender sich noch nicht vollkommen der totalen Verdummung unterworfen hat und Zeit findet, Künstler wie ZPYZ eine Plattform zu bieten, die durchaus nicht zu verachten ist. Anlass für die Premiere war natürlich der offizielle Release-Termin für das nun erscheinende Werk ‘ 2080 ‘ des Berliner Duos. ‚ Walking Alone ‚ erfüllt auch die an sich gestellten Bedingungen, nämlich tief in den 1980er Jahren nach Gitarren, Synthies, Wave, Disco und Glamour zu graben. Locke Und Ivan hatten bei Ihrer Single das richtige Gespür und kreieren mit Ihrem Track ein wunderschönes und zeitloses Musikstück, auf dem es sich als Hörer herrlich entspannt treiben lässt.

‚ WTF ‚ leitet als erster Song bedächtig in die kommenden Minuten ein und lässt uns mit einem unbefriedigenden Gefühl im Magen zurück. ‚ WTF ‚ gibt im Gesamten noch wenig Aufschluss und schiebt damit auch die persönliche Meinung über ‚ 2080 ‚ zurück in den Hintergrund. Erst ‚ Walking Alone ‚ und ‚ Slide Back ‚ zeigen klare Differenzierungen, werfen sich kontroverse Gegensätze zwischen die Strophen, begeistern jeweils mit Ihren individuellen Stilen und finden schlussendlich doch Ihre Gemeinsamkeiten in Form einer tanzenden Lässigkeit. ‚ She’s A Dealer ‚ bedient sich den typischen musikalischen Archetypen der 80er Jahre, während ‚ Blue ‚ wie das strahlende blaue Meer ohne jegliches Leben darin wirkt. Die Oberfläche von ZPYZ lässt sich generell gut mit diesem Beispiel vergleichen, denn auch der folgende Track ‚ Cut It ‚ glänzt in wunderschönen Farben, doch blendet auch er durch seine Üppigkeit und hält somit die Distanz zum Hörer aufrecht.

‚ Fever ‚ klingt ein wenig nach dem Gefühl, es schon irgendwo einmal gehört zu haben, überzeugt aber dennoch durch seine schwüle Atmosphäre und den schwerfällig wälzenden Synthies. ‚ Illuminate ‚ ist ein weiteres Stück aus der Debüt EP und zeigt endlich auch wieder den unabdingbaren Willen, große Tanzflächen dieser Welt zu befüllen. ‚ Dollar ‚ beschreibt sich als eingängige Experimentalität mit schneidenden Gitarren und laufenden Rhythmen, die den schwachen Mittelteil auf ‚ 2080 ‚ in die Vergessenheit drängen. Und auch der abschließende Track ‚ Racecar ‚ verspricht, was bereits im Titel angedeutet wurde. Mit treibenden Gitarren und losgelassenen Temposchüben rauschen wir über die Ziellinie, setzen das letzte Adrenalin in unsere Körper frei und blicken nach oben, dort wo die schicken Discokugeln hoffentlich noch lange im Stil der 80er Jahre, Ihren bezaubernden Glitter an die Wände projizieren.

8.2