Yuck – Yuck

Alternative RockIndie RockRock, Februar 2010

Eindrucksvoll stürmen die Gitarristen Daniel Blumberg und Max Bloom durch die Strophen (übrigens spielten beide zuvor in der Band Cajun Dance Party) und erinnern im Eröffnungsstück ‚ Get Away ‚ unweigerlich an Sonic Youth, The Jesus And Mary Chain und Dinosaur Jr – nur minimal ist die Note der eingebrachten Süsslichkeit. Die Herrschaften sind zudem junge 20 Jahre alt und fast schon lächerlich erscheinen damit die vorangegangenen Vergleiche. Möchte man derart junge Musiker mit diesen Urgesteinen der Musikgeschichte verbinden? Objektiv und sachlich gesehen – darf Ihnen diese Ehre nicht abgesprochen werden. Es dürfte für Yuck allerdings nur ein Kompliment am Rande zwischen den verzerrten Gitarren und strahlenden wie auch scharfkantigen Melodien sein. Sie verdanken ohne Zweifel vieles diesen Bands, doch besitzen Yuck ein absetzendes Merkmal:

nämlich ansprechende und äußerst frische Rockmusik. Zudem streben die Texte nach Tiefgang, kreuzen Sucht mit augenscheinlicher Segnung, Erlösung mit leidvollen Erinnerungen. Dazu gesellt sich manchmal auch eine pure Ausgelassenheit, die Melodien erfreuen sich an endlosen Weiten, herrlich die Minuten im zweiten Stück ‚ The Wall ‚. Weiter geht es mit einer frenetischen Power-Punk Vermöbelung. Spannend ist auch die Beobachtung, wie Yuck das fehlende Bindeglied mit ‚ Operation ‚ zwischen Sonic Youth und Yo La Tengo in fröhliche und freie Melodien – anstatt schlau und zynisch – einfügen. Immer zu spüren ist in den Songs die gewinnende Art und Weise aus Instinkt und Intuition. ‚ Sunday ‚ blickt uns mit aufgerissenen Augen an, ‚ Georgia ‚ als der große Bruder verzückt als herausragende Single mit umwerfenden Ideen und neuen Innovationen im Genre des Alternative-Rocks.

Einzig das herzzereißende und sehr intime Stück ‚ Shook Down ‚ versteht es sämtliche Einflüsse abzustreifen, „The time it takes for you/ Is the time it takes for me”, dabei in die akustische Form überzugehen und es dem Hörer am Ende schwer zu machen, wo nun der Unterschied zwischen Schuldlosigkeit und Erfahrung zu suchen ist. Und seltsamerweise erfolgen zum Schluss der gleichnamigen Platte Sprünge ins Ungewisse: ‚ Rose Gives A Lilly ‚ (karg und hypnotisch) und ‚ Rubber ‚ (langsam und knirschend). Hier werden nostalgische Sounds der ersten Minuten förmlich zerquetscht. Wohin mag nun also die weitere Reise von Yuck gehen? Keine Ahnung. Aber solange Sie auch weiterhin Ihre Fähigkeiten in Anspruch nehmen, wird das Ergebnis stets ein wunderbares und herausragendes sein.

7.0