Yeah Yeah Yeahs – Mosquito

Indie Rock, VÖ: April 2013
Auch wenn es nicht das stärkste Album der YEAH YEAH YEAHS ist, so lassen sich auf MOSQUITO durchaus ein paar wenige Perlen finden.

Als die Yeah Yeah Yeahs ihr zweites Album herausbrachten, schien es zumindest damals so, als würden sie zu schnell erwachsen werden. „Show Your Bones“ zog strukturierte Texte der shambolischen Energie vor und klang enttäuschend zahm auf den Fersen des wahnsinnigen Nachtschweiß’s von „Fever to Tell“ (Es war auch der Beginn einer kreativen Spaltung in der Band; wie Zinner Spin 2006 sagte: „I didn’t want to write and record in a studio… I just wanted to do demos on a four-track in somebody’s apartment.“ Er verlor diesen Streit.) Aber auf lange Sicht ist „Show Your Bones“ bemerkenswert gut gealtert und fühlt sich jetzt wie ein entscheidender Moment im Bogen der Band an, der den Ton für eine Karriere der Evolution, Neuerfindung und ständigen Vorwärtsbewegung angibt; 2009 ist das ausgezeichnete „It’s Blitz!“ erschienen, eine Platte von glamourösem Neo-Blondie-Avant-Pop, die ihren Macken treu blieb, aber ihre Bandbreite erfolgreich erweiterte.

„Mosquito“ heißt das vierte Album der Gruppe und ist der erste Rückschritt. Es fühlt sich untypisch an und erinnert an viele Worte, die noch nie zuvor zu dieser Band gepasst haben: verwirrt, trostlos, uninspiriert und – bei einem besonders verwirrenden Song über Aliens – uncool. In einem vielleicht nicht ohne Zusammenhang stehenden Schritt haben die Yeah Yeah Yeahs eine Rückkehr zu den Grundlagen auf ihrem vierten Album prognostiziert. Und einiges davon ist wild und rau. Am grundlegendsten von „Mosquito“ blickt „Area 52“ zu den Stooges, den Cramps und den Aliens, ein anhaltendes Interesse von Zinner. Der Titeltrack ist liebenswert mit Blutsaugern fixiert. Aber sobald eine Band auf den Geschmack des Produzierens gekommen ist, ist es schwer, sich weiter zu entwickeln. 

Vielmehr lautet die Haltung hier: Lasst uns loslegen. Der Rapper Kool Keith (alias Dr. Octagon) landet auf dem mittelschnellen „Buried Alive“, bei dem auch James Murphy am Mischpult sitzt. Das faszinierende „Under the Earth“ („Down down under the earth goes another lover“, singt Karen O wie ein nonchalanter Serienmörder) leiht sich derweil etwas schöne Räumlichkeit vom Dub-Reggae. Das Problem ist, dass sich das für eine Band, deren Name bejahend widerhallt, nicht wie ein endgültiger Sprung in Richtung einer höheren Höhe anfühlt, weder künstlerisch noch kommerziell. Seit ihrer Gründung haben die Yeah Yeah Yeahs es geschafft, kontinuierlich frisch zu klingen und dabei ihre künstlerische Integrität zu bewahren, auf Album Nummer vier ist Sand ins Getriebe geraten. 

6.8