White Denim – Side Effects

Rock, VÖ: März 2019

Betrachtet man das neue Album „Side Effects“ aus der Sicht ihrer vorangegangenen Einflüsse, dann ist es zu würdigen, dass White Denim es geschafft haben, diese Einflüsse gebührend zu würdigen und gleichzeitig einen völlig neuen Sound zu entwickeln. Eine ganze Reihe an neuen Sounds gilt es in den Songs auf „Side Effects“ zu entdecken und das dürfte wohl auch aus einer unglaublich vielseitigen Plattensammlung herrühren. Diese Klänge scheinen sich so zu verschmelzen, dass ein überzeugender Proto-Stil entsteht, der nicht wirklich an einen bestimmten musikalischen Vorgänger angelehnt ist.

Ihre Vielseitigkeit zeigt sich vor allem im Bereich der angesprochenen Einflüsse: Nicht nur Punk und Progressive Rock, sondern auch Psych und Bluegrass der 70er Jahre ist hier zu finden. Das echte Vintage-Feeling kommt in „Hallelujah Strike Gold“ zum Vorschein, komplettiert mit wechselnder Blues-Gitarre und verzerrtem Gesang, während man sich bei „Reversed Mirror“ zu sich wiederholenden und angenehm rauschenden Gitarrenriffs erfreut. Trotz seiner kurzen Länge ist „Shanalala“ der herausragende Song für mich. Das treibende Tempo und das mit dem Hufen scharrende Feeling machen den Unterschied und sorgen für den Energieschub, der dem Rest des Albums manchmal fehlt.

Insgesamt ist „Side Effects“ aber überzeugend, mit inspirierten Momenten gespickt und einem durchgehend tanzbaren Gefühl (erinnert in manchen Passagen an die Eagles Of Death Metal). Leider fehlt einfach der Antrieb auf gesamter Länge, der sich so nur in Ihren funkelndsten Songs kurz offenbart.

6.5