We Have Band – WHB

ElectronicIndie Rock, Februar 2010

Man kann über den Namen der Band denken was man will, denn natürlich klingt er ganz offensichtlich ein wenig lächerlich. Aber die Begeisterung rund um das Elektro-Pop Duo aus London tut dies keinen Abbruch. Eine regelrechte Begeisterungswelle schwappte in den letzten Monaten über We Have Band und verhalf Ihnen so auch zum wichtigen Plattenvertrag bei dem Label Naivé. Wo man eigentlich die Band entdeckte sollte nicht schwer zu erraten sein, schließlich sind wir in England und welcher Ort wäre besser dafür geeignet, als der Talent Wettbewerb auf dem letztjährigen Glastonbury Festival. Und ein knappes Jahr später präsentieren uns die Londoner Ihre Debütplatte ‚ WHB ‚ mit zwölf effektvollen Nummern in Begleitung einer hyperaktiven Gruppe. Sie erinnern ein wenig an die Anfangszeiten von Depeche Mode, an bildliche Erinnerungen von Joy Division und könnten wohl gleichzeitig noch viel interessanter wirken, hätten sich We Have Band nicht nur auf Gitarre, Schlagzeug und Bass konzentriert.

Doch zum Glück trügt dieser Schein, wenn auf ‚ WHB ‚ nur ein oberflächlicher Blick geworfen wird. Denn dahinter verstecken sich intelligente Programmierungen verschiedener Samples und lassen so die Sounds von We Have Band grundsolide und sehr eigenständig erklingen. Natürlich erinnern die Londoner an frühere Gruppen, besonders die Talking Heads hört man des Öfteren heraus, aber mit Nummern wie ‚ How To Make Friends ‚ bleiben diese Sätze nur unbedeutende Randnotizen. Wen es dagegen mehr auf die Tanzbühnen zieht, sollte den Moment abwarten und bei ‚ Love, What You Doing? ‚, ‚ Oh! ‚ und ‚ You Came Out ‚ die Dancefloors stürmen. Dabei ist letzteres eine wirklich unglaublich gute Nummer geworden. Wie in einem traumwandlerischen Delirium entzieht sich die Wirklichkeit unseren Händen, verführt mit süßlichem Pfeifen unsere Sinne und präsentiert damit ein äußerst wohlschmeckende Nachspeise á la We Have Band. Die Texte gestalten sich dabei meist simpel, „We went out/ and we got wasted/ you went home/ and turkey basted”, machen aber daraus kein stilles Geheimnis und gehen sogar noch einen Schritt weiter.

Denn auf der gesamten Platte gibt es eigentlich kaum Wendungen, Brüche oder einen Sinn für das Unerwartete. Doch gibt es eine Vorschrift die besagt, vereinfachte Strukturen würden automatisch eine Langeweile hervorbringen? Nein die gibt es nicht und den Beweis dafür liefern uns We Have Band auf gesamter Albumlänge. Insgesamt ist die Platte etwas Anderes, Sie ist einzigartig und klar definiert. Man erkennt die Gruppe dahinter und auch wenn der überragende Knaller ausbleiben will, die kompakte Gesamtheit rechtfertigt schlussendlich den Kauf. ‚ WHB ‚ bietet viel Spaß und auch wenn der Haltbarkeitswert vielleicht nicht solange von Dauer sein mag, für die nächsten Male muss man sich aber definitiv keine Gedanken deswegen machen.

7.6