Wavves – Hideaway

Indie Rock, Juli 2021
Im neuen Album HIDEAWAY von WAVVES geht es darum, was passiert, wenn man alt genug wird, um eine Bestandsaufnahme der Welt um sich herum zu machen und erkennt, dass niemand außer sich selbst einen retten wird.

Die Wavves sind mit einigen neuen Songs für den Sommer zurück und mischen auf ihrer neuen Veröffentlichung „Hideaway“ ansteckende Rhythmen mit Surf Rock und Western. Tatsächlich bewegt sich „Hideaway“ in vielerlei Hinsicht zurück zu den Grundlagen, wobei Williams das siebte Album in einem Schuppen im Hinterhof seines Elternhauses aufnahm und auf Fat Possum Records veröffentlichte, der Heimat manch früherer Veröffentlichungen der Wavves. Die im Hinterhof getragene, raue, rohe Produktion steht durchweg im Vordergrund, wobei „Thru Hell“ und der Titeltrack die Grenzen von Williams‘ ungeschliffenen Gesängen austesten. Die daraus resultierende Punkness des Albums ist daher besonders bedeutsam und schmeckt wie eine bittere Zitrone zu der klaren, knackigen Beach Boys-Inspiration, die sich in neun melodisch süßen Mitsing-Refrains wiederfindet.

Mit „Sinking Feeling“ folgt der Höhepunkte des Albums und begeistert mit im Ventures-Stil überlagerten Gitarren, flotten akustischen Hacken und hallenden Arpeggios. Ja, es gibt immer noch die üblichen Pop-Punk-Knaller: Beispielsweise „Thru Hell“ und auch „My Prize“, dass uns mit seiner fröhlichen Melodie direkt in die Arme springt. Wie bei den Wavves üblich, handeln die Texte von Paranoia, Depressionen und einem Gefühl von Unbehagen, das nur wenige Details enthält: “Hiding hase away / It’s like a river want to drown, drown, down me“. Aber selbst wenn die Wavves hier vertrautes Terrain betreten, ist das neun Songs umfassende Album peppig genug, um wie eine erfrischende Meeresbrise an uns vorbei zu rauschen und nach etwas mehr als 10 Jahren nach ihrem Karrierestart, ist dieses Album das bisher originellste und abwechslungsreichste Werk der Gruppe um Sänger Nathan Williams.

7.2