The Sounds – Living In America

Classic AlbumsElectronicSynth Pop, Dezember 2002

The Sounds. Ein Name der so typisch englisch klingt, wie der gern genommene Vergleich mit dem schlechten Essen. Aber bevor jetzt gleich die Ersten aufgrund der schlechten Erinnerungen vom letzten Urlaub panisch auf die Toilette rennen, sei an dieser Stelle mal klar gestellt: The Sounds kommen gar nicht aus England sondern aus Helsingborg, Schweden. Warum haben Sie dann ein „The“ im Bandnamen stehen? Das klingt in diesen Tagen schon fast nach einer dreisten Abzocke. Letzte Chance diese Unterstellungen zu zerstreuen wären ordentliche Songs gewesen. Doch damit können die Sounds leider ebenso wenig glänzen, wie mit intelligenten Melodien.

Die nächste Frage stellt sich natürlich prompt: Warum also das große Aufsehen um die fünfköpfige Truppe aus Schweden? Weil neben dem fehlenden Tiefgang die Sounds in erster Linie die Prioritäten an anderen Stellen setzen. Zum Beispiel wird man auf ‚ Living In America ‚ mit Guter-Laune-Musik förmlich überschwemmt, die Tracks sind dementsprechend kurz, rockig und die Melodien eingängig. Besonders der gleichnamige Titeltrack spielt geschickt mit diesen Attributen und nur ‚ Rock´n´Roll ‚ macht seinem Namen keine Ehre. Denn hier finden sich wider erwarten ruhige und relaxte Töne.

Größte Überraschung wird wahrscheinlich für jeden das erste Mal sein, wenn die Eindrücke vom Cover mit den fünf grimmig-dreinschauenden Sounds sich urplötzlich bei ‚ Seven Days A Week ‚ in Luft auflösen. ‚ Mine For Life ‚ dudelt mit seinen Synthies durch die Gegend hat sich scheinbar im letzten Teil des Songs restlos verfahren. Wohin steuern die Sounds mit Ihrer Karre hin? Keiner weiß es leider so genau. Die Synthies sind zugleich auch größtes Ärgernis auf ‚ Living In America ‚, denn diese sind mehr oder weniger Mitläufer mit wenig Eigenantrieb und finden zudem kaum einen kreativen Ansatz.

Umso lobenswerter ist dagegen die stets präsente Stimme von Sängerin Maja Ivarsson. Ein gewaltiges und multi-dimensionales Stimmorgan reißt so manchen Song aus hoffnungslosen Sackgassen und sorgt für die sonst schmerzlichst vermisste Persönlichkeitsnote der Band. Aber was soll´s, mit den Foo Fighters haben Sie schon jetzt verdammt große Fans gewonnen und wer eh nur auf der Tanzfläche abrocken will, der macht auch mit dem Debüt der Sounds nicht viel verkehrt.

6.2