The Smiths – The Queen Is Dead

Classic AlbumsIndie PopIndie Rock, Juni 1986

Einfach ausgedrückt ist es das größte Album von The Smiths. Auf „The Queen Is Dead“ befand sich Morrissey auf dem Höhepunkt und gemeinsam mit dem Rest der Band beförderte dieses Album die Band zu neuen musikalischen und lyrischen Glanzleistungen. Der Gitarrist Johnny Marr schrieb mehrere Songs, während die Smiths Anfang 1985 durch Großbritannien tourten, und erarbeitete während der Soundchecks Song-Arrangements mit dem Bassisten Andy Rourke und dem Schlagzeuger Mike Joyce. Der Titel des Albums stammt aus Hubert Selby’s Roman „Last Exit to Brooklyn“ aus dem Jahr 1964. Von der Aufregung und Hektik im Titeltrack bis zum Schlusstrack „Some Girls Are Bigger Than Others“, arbeiteten die Smiths als Einheit eng zusammen und betraten Neuland.

 

Der immer grandioser und paranoider werdende Sänger Morrissey hat seine Position im vollen Schein des Rampenlichts angenommen, die Wortspiele wurden immer gewagter, die sexuellen Aussagen immer ambivalenter – Johnny Marr arbeitete derweil obsessiv am Klang und an dem dichten Gitarrennetz, dass sich vom Moll-geprägten „Bigmouth Strikes Again“ zum Rockabilly von „Vicar in a Tutu“ bis hin zum hüpfenden Akustik-Pop von „Cemetry Gates“ und „The Boy“ ausbreitete. Zusammen ergibt sich eine unwiderstehliche Kombination, ein reichhaltiges musikalisches Bett, dass Morrissey die Unterstützung für seine besten Texte bot. Morrissey zerschmettert den Mythos, dass er ein selbstmitleidiger Trottel ist, und liefert eine verheerende Menge kluger, witziger Satiren britischer Sitten. 

Er fertigt auch einige seiner schönsten und beeindruckendsten Songs, insbesondere in „The Boy With the Thorn in His Side“ und das epische „There Is a Light That Never Goes Out“, zwei Meisterwerke, die die Grundlage für ein bemerkenswertes Album bilden. Daneben gehören auch „How Soon Is Now“ und „Big Mouth Strikes Again“ zu den stärksten Singles der Band, die sie jemals aufgenommen haben. Eine Tour de Force. Glühende Gitarren, dazu ein muskulöser Bass und Schlagzeug. Liedtexte, deren Wörter direkt aus seinem Mund genommen wurden, um sie uns ins Gesicht zu schleudern. Morrissey, am bösesten und vernichtendsten. Und dann war da ja noch diese Stimme. Dieser eindringliche, trotzig wirksame Bariton. Und wenn die Massen das Geräusch hassten, das von Morrissey’s Kehle ausging, dann machte es das noch spezieller. 

Morrissey ist mit „The Queen Is Dead“ zum interessantesten Songwriter seiner Generation geworden. Nur wenige Menschen können in 36 Minuten so überzeugend und schnell zwischen vulgärer Komödie und ergreifendem Selbstzweifel wechseln.

 

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