The Regrettes – Further Joy

Pop, VÖ: April 2022
THE REGRETTES haben sich schon immer mit einer aufbrausenden Energie getragen, aber ihr drittes Album strahlt ein neues energiestärkendes Selbstbewusstsein aus. Das Ergebnis ist sowohl brutal ehrlich als auch freudig überschwänglich, während sich die Band in ihrer eigenen Haut sichtlich wohl fühlt.

Auf ihrem dritten Album haben die neuen Songs von The Regrettes einen glänzenderen, poppigeren Sound, doch im Gegensatz zu ihrer optimistischen Natur sind die Texte von tiefer Angst und manchmal von einer Dunkelheit durchdrungen, die eine tanzende Zuhörerin in ihren Kreisen stoppen könnte, wenn die Worte in die Gehörgänge einsinken. „Barely On My Mind “ ist der eingängigste, überschwänglichste Song über eine missbräuchliche Beziehung, den man jemals hören wird (mit einem Refrain, den man sich dummerweise leicht merken kann), während das zuckersüße „Monday“ – trotz seines dunklen Themas – sich mit mühelosem Charme durch eine existenzielle Krise lächelt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 haben sich The Regrettes weit davon entfernt, eine Teenager-Punkband zu sein, die Garagenrock veröffentlicht. Die amerikanische Band, die für ihre kompromisslos ehrlichen Songs bekannt ist, wurde mit einer Reihe von gitarrengetriebenen Alben immer beliebter, die sich auf eine intelligente, stilvolle Mischung aus modernem Punk und Retro-New-Wave spezialisierten. Während ihre Platten mit jugendlicher Aufregung gefeiert wurden, zeigten sie auch einen so ausgeprägten Pop-Sinn, dass man ihn als klassizistisch hätte bezeichnen können, wäre da nicht die nervöse, punkige Energie, die darin pulsiert.

Das dritte Album der Band, „Further Joy“, wird als das „poppiest and danciest“ Album beschrieben, das sie je gemacht haben, und ist ein verletzlicher, aber fröhlicher, selbstbewusster Soundtrack für diejenigen, die daran interessiert sind, „dancing the pain away.“ Die durchschlagende Botschaft dieses Albums ist eine hoffnungsvolle, die anerkennt, sich aber weigert, von den Schicksalsschlägen des Lebens ertränkt zu werden. Die Platte untersucht auch den ausgetretenen Pfad vergangener Liebschaften, die schmerzhaft wurden, sowie Lydia Night’s selbstbewusste Bemühungen, ihre aktuelle Beziehung nicht zu sabotieren. “I was in a dark anxious place and realised that I was becoming very critical of my partner,” erklärt sie. “I got out of that place by realising, ‘I love this person for exactly who they are, and nothing needs to change about who they are or who I am to make each other happy.’” Auch musikalisch könnte „Further Joy“ nicht optimistischer sein, wenn es mit einer eigenen Parade daherkäme. „Show Me You Want Me“ ist The 1975 meets Madonna und „La Di Da“ ist ein rhythmisch-getriebener Pop-Kracher voller Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit.

The Regrettes legen mit Ihrem dritten Album einen unwiderstehlichen Mainstream-Köder aus, behalten sich aber dennoch eine Deutlichkeit und Authentizität bei, die jeden Puristen, der mit dem Finger zeigt, dumm aussehen lässt, zumal diese Songs unweigerlich in unseren Köpfen stecken bleiben.

7.9