The Raveonettes – Lust Lust Lust

Indie Rock, VÖ: November 2007

Seit fast fünf Jahren veröffentlichen die Raveonettes nun schon Platten und verhalfen Dänemark endlich auch zu einem ansehnlichen Image in Sachen Indie- Rockmusik. Zwar stammt auch Schlagzeuger Lars Ulrich von dort, aber der siedelte bekanntlich in jungen Jahren mit seinen Eltern nach Los Angeles um. Was übrig blieb war das Duo Sune Rose Wagner und Sharin Foo die sich kurzerhand zu den Raveonettes zusammen schlossen um die dänische Rockmusik auch wieder außerhalb der Landesgrenzen bekannt zu machen. Was zu Anfangs gut gelang verlief sich mit der Zeit ein wenig im Sand und auch mit der vierten Platte ‚ Lust Lust Lust ‚ dürfte es eine schwierige Angelegenheit werden sich daraus zu befreien. Zu allem Überfluss kam ein Monat vor Release der jetzigen Platte, eine gehypte Band um die Ecke geschneit die Ihnen den Ruhm vor der Nase wegschnappte. Die Rede ist von Dúné, die ebenfalls aus Dänemark stammende siebenköpfige Band bewies gutes Timing für die Veröffentlichung Ihres Debüts aber ein ebenso geschicktes Händchen für schlechte Songs. Den Konsumenten war es egal, der Plattenfirma mehr als recht, denn Abwechslung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Was wiederum das genaue Gegenteil der neuen Platte der Raveonettes darstellt. Hier herrscht Eintönigkeit in rauen Mengen die mitunter für langes und ausgiebiges Gähnen sorgt. Was zu Anfangs noch alles lustig klingt wenn ‚ Aly, Walk With Me ‚ in Western Manier dahin galoppiert, entpuppt sich zu späterer Zeit als langweiliger Einheitsbrei. Dabei beginnt alles so vielversprechend, ein langsamer Start der ab Minute Zwei in einem Gitarrenausbruch entgleist, rotierende Bassläufe auf Endlosschleife sorgen für die Stütze und machen den Opener zum ersten Highlight. Fast genauso geht es dann auch weiter mit ‚ Hallucinations ‚, wieder ein zurückhaltender Beginn aber diesmal ohne Ausbruch dafür gesellen sich zur Mitte handzahme Gitarren hinzu. Wie auch im nächsten Song ‚ Lust ‚ sind diese zwar nett anzuhören, aber durch den immer wieder kehrenden Ablauf der Struktur zu eintönig klingen um wirklich den Hörer bei Laune zu halten. Erst mit ‚ Dead Sound ‚ wagen sich die zwei Dänen an ein neues Muster heran, diesmal mit mehr Schwung in der Anfangsphase sorgt das erstmal für willkommene Abwechslung.

Doch systematisch für das ganze Album stehend, bekommt auch dieser den selben Stempel wie seine Vorgänger aufgedrückt. Es klingt dadurch zwar sehr harmonisch, keines der Lieder fällt aus dem Rahmen aber für zwölf Songs eindeutig zu wenig. Da kann alles noch zu bittersüß klingen wenn die Raveonettes in die Mirkos säuseln, wenn die Abwechslung vor der Tür bleiben muss. Einzig mit dem Opener und ‚ You Want The Candy ‚ zeigen die beiden Dänen Ihr wahres Können und das kann sich wirklich zeigen. Immerhin haben Sie es auf ‚ Pretty in Pink ‚ bewiesen, das es auch auf einer Distanz von über zehn Songs klappen kann. Wenn man sich dagegen bewusst in seine Gedanken verlieren will ist ‚ Lust Lust Lust ‚ der ideale Wegbegleiter. Für alle anderen ist die vierte Platte der Raveonettes eher belanglos.

6.0