The Pipettes – Earth vs. The Pipettes

Indie RockSynth Pop, Dezember 2010

Einst bestanden die Pipettes aus Julia, Rose und Becki, doch nach dem Wegbruch im Jahr 2008 mit RoitBecki und Rosay, stand die Band praktisch vor dem Aus. Denn auch schon zuvor verließ Schlagzeuger Joe die Band für sein eigenes Projekt Joe Lean And The Jing Jang Jong. Ersatz folgte schnell in Person von Jason Adelinia, ehemals Mitglied von Teasing Lulu und This City. Danach stieg Ani mit ein, die jüngere Schwester von Gwenno, und Anna McDonald. Endlich könnte man sagen, das Durcheinander hätte ein geordnetes Ende gefunden, doch es dauerte nicht lange und Jason Adelinia machte einen Rückzug. Der Ersatz dieses Mal hörte auf den Namen Alex White von The Electric Soft Parade und Brakes. Mitte November 2008 hatte auch Anna McDonald genug und verwirklichte sich zusammen mit Ihrer eigenen Band. Beth Mburu-Bowie übernahm die freie Stelle. Beth tourte mit der Band, nahm Ende 2009 die zweite Studioplatte mit den Pipettes auf und verließ dann die Gruppe.

Aber dieser Wanderzirkus hat vorerst ein Ende genommen und besteht nun aus den festen Mitgliedern Ani Saunders, Gwenno Saunders, Monster Bobby, Jon Falcone, Seb Falcone und Alex Whit (offiziell sind es allerdings nur noch die beiden Mädels). Doch wie lange wird diese Konstellation halten? Nach den Erfahrungswerten kann es sich dabei nur um ein paar Monate handeln. Aber wollen wir an dieser Stelle keine vorschnellen Schlüsse ziehen und konzentrieren uns auf das aktuelle Album ‚ Earth vs. The Pipettes ‚ mit 12 neuen Tracks und einer kräftigen Aussage. Der Opener ‚ Call Me ‚ startet in beschwingender Optik, das zweite Stück ‚ Aint No Taking ‚ ist eine gemütliche und erhebende Disko-Nummer, während sich ‚ Thank You ‚ ein wenig dazwischen aufhält. Mit dem Debütalbum hat diese Platte logischerweise überhaupt nichts mehr zu tun.

Der unbekümmerte Charme ist einer glatten Produktion gewichen und symbolisiert die moderne Elektro-Disko-Richtung der Pipettes. Aber warum hat man dann nicht gleich auch einen neuen Bandnamen ausgewählt? Dahinter steckte wohl der Drang nach ein wenig Kommerz. In die 80er Jahre fliegen wir in ‚ Need A Little Time ‚ und mit zielstrebigen Blick geht es ohne Umschweife in die nächste Nummer ‚ History ‚ hinüber. Ein bisschen erinnert ‚ Earth vs. The Pipettes ‚ auch an die 50er Jahre Science-Fiction-Atmosphäre, die besonders so manchen B-Film positiv inspirieren konnte. Aber es war eben immer die zweite Wahl. Und so ähnlich verhält es sich auch mit der zweiten Platte der Pipettes. Zudem wirkt das Album an vielen Stellen recht klischeehaft und doch bleibt es am Ende angenehm, lustig und ehrlich – Trotz seiner Schwächen. Doch viel spannender ist dagegen die abschließende Frage, was der Hörer nach dem zweiten Album in musikalischer Hinsicht zu erwarten hat…

5.1