The Magic Numbers – The Runaway

PopRock, Dezember 2010

The Magic Numbers kann man lieben – muss man aber nicht. Sie können einen verzaubern, oder zum Abschalten animieren. The Magic Numbers sind Geschmackssache. Viele nehmen diese Tatsache nur nicht so intensiv wahr, wie es tatsächlich den Anschein erweckt. Nichts desto Trotz erstellen Sie ein wohlwollendes Bild über sich, sei es mit Ihren Texten, oder dem goldenen Händchen für das richtige Handwerk in den Studios. Und auch dieses Mal wurden wieder eine Menge an Menschen zu den Aufnahmen von ‚ The Runaway ‚ engagiert wie Drake, Costello und Robert Kirby mit herrlichen Streicher-Arrangements, der leider im letzten Oktober mit dem Zeitlichen segnete wurde. Vielleicht zeigen deshalb die neuen Songs in unseren Ohren, die tragische Weise und den Kampf für das eigene Leben.

Zeilen wie “Erase your life, fuck it up” und ‚ Why Did You Call ‚ lassen die Stimmung auf ‚ The Runaway ‚ leicht unbehaglich erscheinen. Die Kombination mag zwar dennoch treffend sein, wenngleich sich das Ganze recht unnatürlich anfühlt. Doch für die positiven Gefühle ist ja bekanntlich Singer.- Songwriter Romeo Stodart verantwortlich, der die typische und liebenswerte Romantik in die Stücke gleiten lässt. Dazu überzeugen auch die Orchestrierungen, während ‚ Hurt So Good ‚ an die 70er Jahre Band Fleetwood Mac erinnert. Der Hintergrundgesang stolziert auf Zehenspitzen durch kirchliche Gänge, als hätten Sie Angst uns zu erschrecken. Blickt man auf die Gesamtheit von ‚ The Runaway ‚ wird der langjährige Fan aber auch erkennen müssen, auch bei der neuen Studioplatte fehlt das volle und kräftige Volumen von The Magic Numbers.

Eine Eigenschaft die auf Ihrem Debüt zu hören war und ansonsten nur live noch wahrgenommen werden kann. Restless River dagegen glänzt als lyrisches Highlight und versteckt hinter seinem breiten Umhang eine leichte Anomalie. Insgesamt nimmt die Dynamik gegen Ende ab und die Mid-Tempo-Lethargie driftet hier unausweichlich in unsere Gehörgänge. So gesehen ist es Schade, denn die Qualität auf ‚ The Runaway ‚ geht so in der Menge verloren. Es wird trotzdem für viele Menschen ein Soundtrack für den Sommer sein, denn zumindest auf weite Strecken hat sich das lange Warten auf das neue Studioalbum glücklicherweise ausgezahlt.

6.5