The Kissaway Trail – Sleep Mountain

Indie RockRock, Dezember 2010

The Kissaway Trail mögen einem im ersten Augenblick bekannt vorkommen. Schließlich lässt die Band aus Dänemark deutliche Erkennungsmerkmale von Arcade Fire in Ihren Sound einfließen. Doch in erster Linie zählen Sie zu einer Reihe dänischer Indie Rock Bands wie Mew, The Raveonettes und Carpark North. Zusammen veröffentlichten die fünf Männer bereits ein Alben, sowie die EP ‚ Into The Ocean And Rise Again ‚ und schieben nun nach drei Jahren Pause die dritte Platte hinterher. ‚ Sleep Mountain ‚ lässt sich dabei wie die letzten Veröffentlichungen mit einem alten lustigen Wort beschreiben: Innovativ. Zeitgenössische Indie Rock Hymnen auf elf Stücke versprechen unterhaltsame und träumerische Minuten, während draussen die ersten warmen Sonnenstrahlen langsam die weiße Pracht in kaltes Wasser verwandelt. Schon mit dem letzten Werk ‚ The Kissaway Trail ‚ zeigten die Dänen wahrhaft schöne Post-Rock-Ambitionen und erweitern dieses Spektrum nun auf der neuen Single und Opener ‚ SPD ‚ um einen Entwurf weiter.

Kirchenglocken und dumpfe Gitarren treffen auf den Gesang von Wayne Coyne und schwindet in ein undefinierbares Wesen weit hinter den schwarzen Bergen. Trotzdem ist der Sound vereinfacht worden. Reif und erwachsen präsentieren The Kissaway Trail Ihre Visionen und vielleicht hat auch ein Teil der letzten Tour mit den Editors dazu beitragen, dass die Dänen mit ‚ Sleep Mountain ‚ eine gewisse Straffheit in die Songs eingearbeitet haben, die schlussendlich den kompakten Zusammenhalt der elf Stücke wesentlich fördert. ‚ Painter ‚ und ‚ Enemy ‚ beginnen abgehackt unter Zusatz des Banjos, während Sänger Thomas Fagerlund ins Mikrophon säuselt: „“I need a hand/ I need a hand to come back safe…“ The Kissaway Trail erzeugen eine wahrlich besondere Atmosphäre mit den tragenden Stützen Glaubwürdigkeit, Hoffnung, Intensität und Emotionalität.

Dabei schwelgen Sie in sanften Schattierungen, malerischen Klanglandschaften und textlichen Passagen wie, „“What dreams are made from plastic glasses“, die jedoch in Ihrer Gesamtheit nicht die Dringlichkeit und Inbrust von Arcade Fire vermitteln können. ‚ New Lipstick ‚ erinnert dabei stark an ‚ No Cars Go ‚, während damit leider auch die komplette zweite Hälfte stark an Qualität verliert. ‚ Philadelphia ‚ glänzt noch mit netten Melodien, doch ‚ Pharaohs And Kings ‚ Enemy ‚ scheinen dagegen ideenlos und vorhersehbar. Auch das abschließende ‚ Three Million Hours ‚ wirkt geglättet und am Ende von ‚ Sleep Mountain ‚ schwelgen die Erinnerungen daher noch ungestraft in der ersten Hälfte. Positiv bleibt dagegen der Eindruck einer undefinierbaren Stimmung zurück, die es fast unmöglich macht, sich an eine bestimmte Melodie zu erinnern. Insgesamt bietet ‚ Sleep Mountain ‚ einen prächtigen Auftakt und einen leichten Rückgang gegen Ende der Platte.

6.2