The Juliana Hatfield Three – Become What You Are

Alternative RockClassic Albums, VÖ: August 1993
BECOME WHAT YOU ARE hört sich an, als hätte JULIANA HATFIELD das Aufnehmen einer Platte seit langem den größten Spaß gemacht, und manchmal erinnert es uns daran, warum wir Blake Babies-Poster an unsere Wände gehängt haben.

Nachdem Juliana Hatfield 1992 ihr Debütalbum „Hey Babe“ aufgenommen hatte, wurde ihr klar, dass ihr die Kameradschaft einer Band fehlte, die sie bei ihrer ersten Gruppe, Blake Babies, gehabt hatte. Die Verpflichtung des Schlagzeugers Todd Philips und des Bassisten Dean Fisher tragen auf ihrem Debüt „Become What You Are“ dazu bei, den Druck etwas zu verringern und die Aufmerksamkeit der Medien von ihr abzulenken. Aber mit einer festen Vision und Agenda vor Augen ist ihre Präsenz in jedem Song des Albums unverkennbar.

„Way back then I was already trying to combat sexism. I was trying to assert myself as a person with rights. I maybe didn’t feel so powerful as a person but I wanted to express the power that I wished that I’d had in my life.“ Der Titelsong „Supermodel“ ist ein starkes Beispiel dafür. Die Neunziger sind das goldene Zeitalter der „Supermodels“. Der stimmungsvolle, schleppende Eröffnungstrack entlarvt die Fassade der Perfektion als oberflächliche – sogar erniedrigende – Illusion. 

„The highest paid piece of ass/You know it’s not gonna last/Those magazines end up in the trash.“ Es lässt die Gruseligkeit von Reality-TV- und Social-Media-Influencern ahnen: „She’s a living doll/and she’s famous for nothing at all/She’s living life like a dream/With a false sense of self-esteem.“ Dann folgt das Glockenläuten: „I wish she’d trade places with me.“ „This is the Sound“ präsentiert die metaphysischen Beobachtungen von Dichtern und Philosophen, gehüllt in hellen, eingängigen Pop.

Hatfield’s Stärken kommen des Weiteren in „My Sister“ und „Spin the Bottle“ zum Vorschein – eingängige, ehrliche und prägnante Porträts der Jugend, die durch ihren mädchenhaften Singsanggesang wahrheitsgetreu wiedergegeben werden. Glücklicherweise sind ihre Talente stark genug, um das Album über die Schwachstellen hinwegzutragen.

7.0