The Beatles – Revolver Special Edition

Pop, November 2022
Man kann mit Sicherheit sagen, dass die 14 Tracks des Albums der BEATLES nicht weniger als brillant sind.

Von Paul McCartney als das Album beschrieben, “where we all became individuals”, markierte „Revolver“ von 1966 den Punkt, an dem sich die Beatles mit der Tatsache abgefunden hatten, dass ein Tonstudio die einzige Umgebung war, in der sie wirklich als Künstler wachsen und die Möglichkeiten ihrer kollektiven künstlerischen Vision erkunden konnten. Die Band spielte ihre letzte Live-Show innerhalb eines Monats nach der Veröffentlichung. Es markierte das Ende einer Ära. Psychedelika hatte ihren Geist geöffnet, und die schnell fortschreitende Studiotechnologie brachte ihnen die Werkzeuge, um das Popbewusstsein in Richtung Rock zu erweitern und letztendlich die Bedeutung des Wortes „progressiv“ neu zu definieren. Zu sagen, dass die Veröffentlichung dieser breitgefächerte Auswahl von „Revolver“ mit Spannung erwartet wurde, ist eine Untertreibung, aber es wurde angenommen, dass Giles Martin nicht in der Lage sein würde, die volle Remix-Magie von „White Album“ und „Abbey Road“ zu entfachen, da „Revolver“ auf vier Spuren aufgenommen worden war, sodass Gitarre, Bass und Schlagzeug alle dieselbe Spur hatten.

Wie durch ein Wunder fand Peter Jackson’s Team in Neuseeland jedoch mithilfe von Technologien der nächsten Generation einen Weg, jedes Instrument zu isolieren und sogar die Elemente von Ringo’s Kit auseinanderzunehmen, damit sie für Stereo remixt werden konnten. Niemand, nicht einmal Martin, weiß, wie sie das gemacht haben. Aber sie taten es. Und die Ergebnisse sind sowohl aufschlussreich als auch erstaunlich. Wie erwartet, gibt es hier eine Fülle von Enthüllungen. Es ist faszinierend, die Entwicklung des extremen Experimentierens zu verfolgen, das zu Songs wie „Tomorrow Never Knows“, „Love You To“, „She Said She Said“ und „Rain“ führte. Während viele der Ideen praktisch vollständig ausgearbeitet zu sein schienen, hört man die Nuancen in den Arrangements – Ringo’s Schlagzeugspiel ist besonders beeindruckend und bestätigt die Tatsache, dass er, obwohl er oft unterschätzt wird, einer der einfallsreichsten Schlagzeuger im Rock ist. Auch ein Hardcover-Coffee-Table-Buch ist wie immer das Herzstück des Pakets. 

Seltene Studiofotos, Track-by-Track-Notizen und tiefgründige Essays bieten eine faszinierende Lektüre und einen unwiderstehlichen Sog, um nicht nur Beatles-Fanatiker, sondern jeden anderen mit auch nur geringem Interesse an der gesamten Spannweite des sogenannten Sixties-Sounds zu verführen. „Revolver“ läutete die Metamorphose der Beatles von Größe zu Unsterblichkeit ein. Sie machten eine Pause, überlegten und produzierten eines der gewagtesten Alben aller Zeiten. Bis 1966 hatten die Beatles nicht nur die britische Invasion angeführt – mit „Revolver“ gewannen sie den Krieg.

9.0