Tamaryn – Tender New Signs

Dream PopPop, Oktober 2012

Dream-Pop kann etwas wundervolles sein. Jeder hat in seinem Leben die ganz bestimmten Tage, an denen man einfach auf der gemütlichen Couch verweilen möchte, die Musik nach Wahl auf den Plattenteller legt und darauf wartet, dass einem langsam die Augenlider zufallen. Besonders jetzt, wenn die kalten Monate über unser Land ziehen, ist die Zeit für stille Träumereien gekommen und dazu liefert die Dream-Pop Sängerin Tamaryn mit Ihrem zweiten Album ‚ Tender New Signs ‚ den perfekten Soundtrack. „In making this record, I hoped to transcend the mundane world, by living in a new one of my own creation“, so die Worte der Sängerin und es dauert auch nur wenige Sekunden, bis uns das Eröffnungsstück ‚ I’m Gone ‚ mit seinen hallenden Texturen und der transzendieren Psychedelia in einen hypnotischen Zustand versetzt. So lässt es sich leben, hier auf meiner Couch. Die linke Hand streichelt sanft den weißen Shaggy Hochflor Teppich, während mit dem zweiten Stück die Worte „While You’re Sleeping“ durch mein Wohnzimmer seuseln und dabei entspannende, zuckersüße Melodie Ihr übriges beisteuern, um mich entgültig in die verfremdete Welt der Tamaryn zu befördern. Man könnte dort die Musik auf ‚ Tender New Signs ‚ auch als skygazing-Pop bezeichnen, als impressionistische Skizzen gut gehüteter Emotionen. Entstanden ist das Werk mit ihrem langjährigen Freund Rex John Shelverton aus San Francisco und die Wurzeln dieser musikalischen Partnerschaft gehen bis in das letzte Jahrzehnt hinein: „Rex and I first met in New York City where I was living in the early ‘00s. We bonded instantly and over time started sharing ideas for songs. Eventually we began to collaborate on some recordings, traveling between coasts until the project inspired me to move to California indefinitely.” Zwar kann der Mittelteil gegenüber dem starken Auftakt nicht mithalten, doch der bittersüße Dream-Pop ist an dieser Stelle bereits fest im Kopf verankert und so lauscht man auch weiterhin bedächtig diesen gigantischen Epiphanien, schwimmt auf einer großen Welle aus der irdischen Welt und erfreut sich an den definierten Songstrukturen. „Rex finds that getting in the studio and taking things apart to adjust the subtleties of their sonics inspires him to want to play guitar more in general, and therefore is probably the biggest influence on how we make music“.

7.6