SPELLLING – Pantheon Of Me

ElectronicExperimental, VÖ: September 2017
Die Songs auf PANTHEON OF ME von SPELLLING sind fließend und nichtlinear. Sie sind weitgehend von rhythmischer Untermauerung befreit. Stattdessen schwellen und wogen sie nach außen oder schweben gespenstisch in fesselnden Träumereien.

Tia Cabral stand vor einem bescheidenen Keyboard und einem Sampler und verwob lange Vokale und Zischflüstern zu einem glänzenden Patchwork auf tiefen, pulsierenden Tönen. Jeder Schwall ihrer Stimme klang so verleiblicht, dass es die Schwierigkeit ihres Echtzeit-Layerings und -Loops Lügen strafte. Die etwa sechzig Zuschauer, die größtenteils auf dem Boden saßen, spendeten jedem Lied Applaus, und Cabral zeigte einen Ausdruck von Konzentration und stählerner Entschlossenheit. Es war eine Aufführung Anfang dieses Monats von SPELLLING. Der Auftritt in der Luggage Store Gallery in San Francisco mit Earthbound und Lexagon war gleichzeitig die Premiere ihres neuen Musikvideos zu „Blue (American Dream)“, einem Highlight aus SPELLLING’s Debütveröffentlichung „Pantheon of Me“.

Cabral sagte, dass sie erst letztes Jahr damit begonnen hat, ihre eigene Musik zu produzieren, und dementsprechend ist ihr Debüt von einem aufregenden Gefühl der Erforschung geprägt. Es zu hören fühlt sich an, als würde man in einem pechschwarzen Haus nach geheimen Aufführungen suchen, die langsam ihren Prozess enthüllen. „Walk Up to Your House“, das eröffnende Stück des Albums, baut sich vorsichtig in seiner treibenden Hook auf, vielleicht passend zu der vorläufigen Entscheidung, über die sie singt. Cabral’s Gesang ist ihr wahrhaftiger Rhythmus – abwechselnd ekstatisch und gotisch, rau und flatternd, ein starker und menschlicher Faden in ihrem spektralen Patchwork. 

„Pantheon of Me“ kombiniert dunklen Freak-Folk, Neo-Soul, Industrial, und Pop-Sensibilität in zweiundvierzig Minuten eindringlicher, eleganter, dunkler, vokaler, futuristischer elektronischer Musik.

8.0