Sophie Ellis-Bextor – Shoot from the Hip

Classic AlbumsPop, VÖ: Oktober 2003
SOPHIE ELLIS-BEXTOR muss lange und gründlich darüber nachdenken, wohin sie als nächstes gehen wird.

Es war ein großartiger Tag für den Pop, als Spiller’s „If This Ain’t Love“ mit Sophie Ellis Bextor Posh Spice auf Platz 1 schlug. Frau Beckham signierte sogar Platten in Oldham’s Woolworths, um den Spitzenplatz zu erreichen. Sie scheiterte und Sophie war sich eines mühelos coolen und sexy Images sicher. Seitdem hat Sophie ihr Debütalbum „Read My Lips“ veröffentlicht, das voller Hits ist. „Murder On The Dancefloor“ und „Get Over You“ werden für immer in den Köpfen auf der ganzen Welt stecken bleiben. Aber wie hat sie sich in ihrem Nachfolger „Shoot From The Hip“ geschlagen? Der Eröffnungstrack „Making Music“ ist vielleicht ein Disco-Klassiker, aber wie der Text schon sagt, handelt es sich hier um „Making Music by Numbers“.

Mit der Hitsingle „Mixed Up World“ geht es besser. Es ist eine Kombination der besten PWL-Kreationen der 80er Jahre mit einem großartigen kleinen summenden Riff. Und Sophie’s Pop-Philosophie ist inspirierend – „Remember you’re a real tough girl“ – das müssen wir wissen. Schwingen wir einfach mit ausgestreckten Armen zum Refrain. Es ist jedoch schwer, sich von „Shoot From the Hip“ nicht unterdrückt zu fühlen. Mehrere Schienen sind so offensichtlich Spachtelmasse, dass sie zum Befestigen von Rissen im Putz verwendet werden könnten. Alles, was von Elvis Costello oder David Bowie inspiriert ist, sucht man vergeblich. 

Die wummernden, energiegeladenen Basslinien und altmodischen Gesangssamples von „I Won’t Change You“ beziehen sich ausdrücklich auf die Pet Shop Boys, aber das ist auch schon alles, was ihren Einfluss betrifft. Insgesamt ist dieses Album etwas klobig und unzusammenhängend. Die Hälfte davon passt perfekt zum Vorgänger, und der andere Teil scheint eine Ansammlung leicht unbeholfener, wütender (oder trauriger) Gitarrentitel zu sein. Es hat einige Höhepunkte und Tiefen, aber im Großen und Ganzen ist es gut anzuhören, jedoch nicht so eingängig wie ihr Debütalbum „Read My Lips“.

6.0