Soma – Nobody’s Hotter Than God

PopRock, Oktober 2012

Geschickt ist das schon, wie Soma den Beginn Ihrer neuen Platte ‚ Nobody’s Hotter Than God ‚ gestalten. Eine akustische Gitarre, dazu der leicht gebrechliche Gesang von Lionel – nur um dann mit selbstbewusster Haltung direkt in den ersten Song ‚ Roller Coaster ‚ einzusteigen. Hier zeigen Soma erneut Ihre Qualitäten und erinnern zugleich ein wenig an The Bravery und an deren Erstlingswerk. Aber Soma verbleiben keineswegs in dieser stilbewussten Richtung, sondern gehen weiter in ein unaufdringliches musikalisches Ambiente, schleichen sich durch melancholische Töne und machen Hoffnung auf eine vielversprechende Fortführung in den nächsten Minuten. Soma aus Frankreich brauchen für die großen Momente keine lauten Gitarren, sie lösen es mit poppiger Eingängigkeit und charmanter Lässigkeit. In nur 23 Tagen ist dabei unter der Regie von Produzent Bertrand Montandon das Album entstanden. Abgemischt wurde ‚ Nobody’s Hotter Than God ‚ dann von Tony Hoffer (Beck, Depeche Mode, Phoenix, The Kooks) in der Sound Factory in Los Angeles. „Wir lieben seine Sachen“, erklärte Lionel, also folgten wir seinen Hinweisen, steckten noch mehr Energie in die Live-Takes.“ Das Ergebnis ist aus Sicht einer zweiten Platte überraschend zusammenhängend ausgefallen, die Höhepunkte wechseln sich in regelmäßigen Abständen ab und auch wenn die Songs allesamt recht unaufgeregt durch die Rhythmen wandern, bleiben diese zweifelsohne auf einem beständigen Niveau haften. Man nennt es auch die Ära der „French Touch Rock“ – Renaissance, in Bezug auf Phoenix. Aber was Soma hierzu fehlt, dass sind die einbrennenden Grooves und die raffiniert verquirlten Genreüberschreitungen um schlussendlich international durchzubrechen. Aber der Hörer selbst kann darauf natürlich auch gut verzichten, denn Lionel, Sébastien, Thomas und Xavier verstehen es derzeit wie keine andere Band, mit unwiderstehlichen Down-Beats geschmeidig über die Tanzfläche zu gleiten und dabei in müheloser Leichtigkeit ein feierndes Volk hinter sich zu vereinen. Im gleichnamigen Titelstück steigern sich Soma von Strophe zu Strophe in einen aufbrausenden Gefühlsrausch hinein – nur um kurz darauf in ‚ Several Days ‚ wieder die Zügel fallen zu lassen und mit lockerem Hüftschwung durch bunte Blumenwiesen zu hüpfen. Am Ende erwartet uns dann noch ‚ Mourning Cain ‚ und dieses behandelt in angemessener Art und Weise den ersten Mord der Bibel. Ein überzeugendes Album von einer sympathischen Band die uns zeigt, wie Indie-Pop aus Frankreich in beinaher Vollendung klingen kann.

7.5