Soccer Mommy – Clean

Indie Rock, März 2018
CLEAN von SOCCER MOMMY ist die viel coolere Indie-Platte, von der Taylor Swift einst gesungen hat. Unter der Oberfläche glänzt sein Funke wie ein Geheimnis.

Im Sommer 2015, kurz nach ihrem Highschool-Abschluss, besorgte sich Allison einen Tascam-Vierspurer und sammelte ihre rohen Gefühle – wie ein Audio-Tagebuch über Herzschmerz im Teenageralter – auf Bandcamp-Veröffentlichungen mit Titeln wie dem kürzlich erschienen „Moving to New York“. Immer noch mit durchdringender Verletzlichkeit handelnd, ist „Clean“ Allison’s exzellentes Studiodebüt (und das zweite Album nach „For Young Hearts“): ein kompaktes Album mit klaren Melodien, unverblümten Texten und der unglaublich verworrenen Logik der Verliebtheit. „Clean“ hat nur subtile Schnörkel. Allison kann unverblümt sein wie Liz Phair oder einfühlsam wie die frühe Taylor Swift, aber sie erzählt ihre Geschichten von Liebe und Verrat mit einer willkommenen Pop-Punk-Kürze und einem Tritt in den Arsch. Das Melodrama der Jugend wird in manchmal unangenehmen Details wiedergegeben – die scheinbar harmlosen Erinnerungen, die uns in eine Spirale treiben, wie eine bestimmte Art, sich von einer Person nicht lösen zu können.

Die Songs von „Clean“ verleihen Zuständen, die gemeinhin mit Teenagerjahren in Verbindung gebracht werden und die die meisten von uns unser ganzes Leben lang plagen – das Gefühl, eifersüchtig, entmachtet, betört oder verletzlich zu sein – und die Tropen, die Frauen umgarnen, wenn wir versuchen, mit ihnen fertig zu werden. Auf „Last Girl“ singt Allison über Pop-Punk-Gitarren darüber, sich mit der alten Flamme eines aktuellen Schwarms zu vergleichen, mit weniger Selbstironie als echter Neugier; Es ist hinterhältig bissig, aber gibt dem Titelmädchen keine Schuld. In „Cool“ bewundert sie eine Frau, die Herzen bricht und Jungen bei lebendigem Leib auffrisst; Bei „Your Dog“ fordert sie Freiheit von einem Partner, der sie an der engen Leine hält. Allison ist jung, ihre knapp 20 Jahre sind nicht nur an ihrer jugendlichen Stimme zu erkennen, sondern auch an ihren Gesprächen über verpasste Anrufe von Mama, geparkte Autos und dem Herumhängen nach der Schule. 

Aber Allison macht das alles auf eine ehrliche, unkomplizierte und gut gemachte Art, die „Clean“ alles andere als kindisch erscheinen lässt. „I wanna be who I was’t // I wanna dance in that field of blue“ singend, deutet Soccer Mommy an, dass ihre Reise noch nicht zu Ende ist und wir einfach auf ihr zweites Album warten müssen, um herauszufinden, wo sie als nächstes verweilen wird.

8.1