Slut – Lookbook

Alternative RockClassic AlbumsIndie RockRock, März 2001

Slut haben den Weg an die Oberfläche zurück gefunden. Drei lange Jahre hat es gedauert bis wieder ein Lebenszeichen der fünf Ingolstädter zu hören war. Doch hatte zu Anfangs niemand wirklich damit gerechnet das aus der ersten Single ‚ Welcome 2 ‚ etwas derart großes und unglaubliches kompaktes enstehen würde. Oberfläch gesagt wird es poppiger , mit dem dritten Album ‚ Lookbook ‚, doch geht es keineswegs in oberflächlichen Mainstream über sondern bleibt da wo es hingehört. Einzig die Dichte, durch die man sich in den nächsten sechzig Minuten durchkämpfen muss nimmt fast schon gigantische Ausmaße an. Gleich der Opener ‚ Welcome 1 ‚ zeigt das sich die musikalische Richtung ein wenig geändert hat. Es wurde mehr mit Keyboard, elektronischen Effekten und langen Intros gearbeitet. Doch keineswegs zum Nachteil der Songs, verleiht Ihnen das erst die nötige Tiefe. ‚ Welcome 1 ‚ bringt gleich das oben beschriebene Intro, leitet sanft in die Platte und in die restlichen 14 Tracks ein. Den nächsten drei darauf folgenden Songs fehlt es allesamt an nichts. Höchstens an Luft, man könnte fast Panik bekommen wenn man sich durch diese Tracks durchkämpft. So selten die etwas breiteren Zwischenräume auch sind, man wünscht Sie nicht unbedingt zwingen herbei. Vielleicht aber dem ein oder anderem Zuhörer der sich bis dato ein Stück weit mehr Tempo erhofft hätte. Aber das bekommt er einen Song später, nämlich bei ‚ Andy ‚. Erst ruhig, melancholisch, zurückhaltend und trauig wird er ab Ende hin unheilvoll, stürmisch und aufbrausend. ‚ Andy ‚ beschreibt wohl auch am besten zu welcher Höchstform Slut diesmal fähig sind, Dinge zustande zu bringen für die es schlichtweg ohne ausreichendes Talent nicht kommen würde. Zur Mitte hin wird es dann noch einmal schnell mit ‚ No Time ‚. Einen vom Schlagzeug bestimmenden, treibendem Song, der sich aber im Grunde durch seine einfach gemachte Art sehr vom Rest abheben kann. Das schafft Befreiung und gibt Kräfte für die restlichen Songs frei. Besonders ‚ On Fire ‚ wird einem viel abverlangen, gehört er doch mit zu den intensivsten Stücken auf der Platte. Schlussendlich ist man bei ‚ Hope ‚ und dem Ende angelangt. Hier verschmelzen noch einmal die Welten – die echten und die unechten – miteinander und lassen deutlich werden wie nah man eigentlich diesen Grenzen kommen kann. Slut haben es geschafft eine Platte zu entwerfen die Ihres gleichen sucht. Auf perfekte Art und Weiße lassen uns die Fünf an diesem Meisterwerk deutscher Musikgeschichte teilhaben ohne auch nur einmal dafür Anerkennung einfordern zu wollen. Phantastische Musiker und bescheidene noch dazu, diese Platte kann man nur jedem wärmsten ans Herz legen.

10