Siv Disa – Dreamhouse

Country/FolkElectronicExperimental, Dezember 2021
DREAMHOUSE, von der in Reykjavik lebenden US-Künstlerin SIV DISA, ist eine aufregende Entdeckungsreise durch großartige Kompositionen.

Vielleicht kennen manche die US-amerikanische Aufnahme- und Videokünstlerin, die derzeit in Reykjavik lebt, noch aus Zeiten, in denen sie mit ihrer Band in NYC unter dem Namen Siv Disa and the Sea Divers unterwegs war. Nun ist Siv Disa als Solokünstlerin zurück und präsentiert mit „Dreamhouse“ Ihr Debüt auf dem Label Trapped Animal. Siv Disa verschmelzt darauf psychedelischen Pop, angestaubte Electronica und Folk zu seltsam einladenden, einzigartigen Formen und schafft Miniaturkammern für immense Gefühle.

Das eröffnende Stück „Whistle“ beginnt mit isolierten Schlägen einer Akustikgitarre, die es schafft, mit der Einsamkeit, die aus der Eröffnungszeile sickert, mitzuhalten, in der die Sängerin „My heart is on a wire / My love don’t let it there“ plädiert. Was jedoch als brüchiger Trennungssong beginnt, beginnt zu fragmentieren. Sein lockerer Mittelteil steigert sich in eine dicke Melasse aus Instrumentierungen und lässt aus der anfänglichen Intimität des Tracks einen snarelastigen Groove entstehen. Siva Disa’s Debüt ist ein Album voller Wendungen, ein wahrer klanglicher Spiegelsaal.

Siv sagt selbst über die Entstehung des Albums: „ I have been working on the alchemy of blending warm acoustic instruments/natural vocals with synths and other electronic elements, so that’s really at the heart of the album and my music in general. I think people are looking towards music as a point of connection not detachment right now, and I try to keep that in mind when creating.“ Zusammen mit den Instrumentierungen transformiert Siv Disa’s bezaubernde Gesangsdarbietung die illusorische, fantasievolle Form der Songs noch mehr, verursacht eine leichte Chromästhesie und verstärkt die Tiefe abstrakter Visionen.

Disa bietet uns die Möglichkeit, sicher vor der Außenwelt zu entschleunigen, tief durchzuatmen und sich zu entspannen. “The world’s not good to us / But we’re good to ourselves … Look at the stars / This is where we really are / Hold me out in the dark / Bright and small and strong,” seufzt sie am Schluss des Tracks „In the Hills“ und lässt die Tür zu ihrem Traumhaus für jeden offen, der einen Unterschlupf braucht.

7.8