Sia – Some People Have Real Problems

Pop, VÖ: Januar 2008
Das neue Album SOME PEOPLE HAVE REAL PROBLEMS ist manchmal traurig und niedergeschlagen, aber es ist auch ziemlich lustig und respektlos, selbst wenn SIA ihre grimmige Seite zur Schau stellt.

Nach nur einer Woche und einem Tag im Jahr 2008 ist Sia’s „Some People Have Real Problems“ das erste große Pop-Album des neuen Jahres. Die australische Singer-Songwriterin, die vor allem für ihre Six Feet Under-Hymne „Breathe Me“ bekannt ist, veröffentlicht ihr viertes Album und bietet eine erdigere, weniger zurückhaltende Interpretation ihres üppigen, introspektiven Folk-Pop. Das Album beginnt mit „Little Black Sandals“, einem optimistischen Track darüber, die Freiheit zu finden, einem „giant man“ zu entkommen, von dem Furler sich zurückgehalten fühlte. Sie singt: „These little black sandals/Are walking me away/These little black sandals/Are heading the right way/These little black sandals/Are walking me away/These little black sandals/Saved my life today.“

Während Furler’s vorheriges Album aufgrund des Todes einer ihr nahestehenden Person düsterer war, geben Tracks wie „Little Black Sandals“ einen Ton an, der sich durch das gesamte Album ziehen wird und nach Hoffnung und Wohlstand strebt. „Some People Have Real Problems“ ist auch im weiteren Verlauf mit wunderbar trägen, melancholischen Melodien vollgepackt und kann sich auf eine Produktion stützen, die die besten Aspekte ihrer Stimme hervorhebt. „Academia“ ist jenseitig und seltsam raffiniert. Furler singt in den Strophen auf spielerische Weise, steigert sich aber zur Sinnlichkeit, wenn der Refrain in einen psychedelischen Kriechgang übergeht.

„Day Too Soon“ zeigt Furler’s gefühlvolle Stimme, die dem reichen melodischen Rhythmus der meisten Tracks auf dem Album einen urbanen Touch verleiht. Der herausragende Track, bei dem es fast unmöglich ist, am Ende nicht mitzusingen, ist „Death By Chocolate“. Ihre poetischen Texte, „Tears on your pillow will dry and you will learn/Just how to love again/Oh my weeping willow/Let your leaves fall and return/Oh darling the seasons are your friend,“ veranschaulichen erneut, was für eine talentierte Geschichtenerzählerin Sia sein kann. Aber es gibt auf „Some People Have Real Problems“ auch einige Probleme. 

Zunächst einmal, wer auf musikalische und lyrische Klischees ablehnend reagiert, wird es hier schwer haben, sich von ganzem Herzen auf Sia’s Songs einzulassen. Ein Teil des Problems ist, dass Songs wie „I Go to Sleep“ ein wenig lang laufen. Es erinnert an den atmosphärischen Downtempo-Trip-Hop von Massive Attack und Portishead, die diese ganze musikalische Bewegung ins Rollen brachten. Aber Sia verrechnet sich, indem sie die Strophen und Refrains ein- oder zweimal zu oft verlängert. Und vielleicht sind die Melodien selbst nicht die überzeugendsten: „The Girl You Lost to Cocaine“ zum Beispiel ist nur eine Reihe von auf- und absteigenden Tonleitern. 

„Some People Have Real Problems“ wird diejenigen erfreuen, die wussten, dass sie die Platte mögen würden, bevor sie einen einzigen Song hörten. Sieht man von diesen Defiziten ab, ist das Herzstück von „Some People Have Real Problems“ jedoch immer noch ein durchaus erwachsenes und mutiges Jazz-Pop-Album.

6.5