Sheryl Crow – C’mon, C’mon

Classic AlbumsPopRock, VÖ: April 2002
Auf der einen Seite erreicht C’MON, C’MON seinen beabsichtigten klassischen Rock-Äther und belebt sogar SHERYL CROWs Markenzeichen wieder. Auf der anderen Seite besteht ein Großteil aus etwas, das wie faules Füllmaterial erscheint.

Es ist schwer, „The Globe Sessions“ als Stolperstein zu bezeichnen, aber seine reduzierte Geradlinigkeit verblasste im Vergleich zu dem dunklen popkulturellen Kaleidoskop von Sheryl Crow’s gleichnamigem zweiten Album. Deshalb ist „C’mon, C’mon“ Crow’s lange verzögertes viertes Album, so ein Genuss – es ist die sonnige Kehrseite dieses Meisterwerks, eine gekonnte Synthese aus klassischem Rock und moderner Sensibilität, die ziemlich unwiderstehlich ist. Crow hat sich zu dem Profi entwickelt, der sie schon immer war – sie schreibt nicht nur tadellos Songs, sie weiß auch, wie man sie aufnimmt, und füllt die Platte mit interessanten klanglichen Details, ob es die Steve Miller-artigen „Woo hoo“s auf „Steve McQueen“ oder subtile Mellotrons bei „Over You“ sind. Diese Art von schlauem Klangabenteuer fehlte bei „The Globe Sessions“, ebenso wie ihre Vorliebe für fast absurde lyrische Nebenbemerkungen.

In Übereinstimmung mit diesem Motiv hält Crow diese Tracks hell, lustig und verspielt. Die schrille erste Single „Soak Up The Sun“, das knusprige „You’re An Original“ mit Boogie-Geschmack, der prahlerische Go-Go-Fuzz von „Lucky Kid“ und der zuckersüße Pop von „Hole In My Pocket“ folgen großartig. Crow’s auffällige Produktion ist warm und vibrierend, ihre honigsäuselnden Gesänge sind so angenehm wie eine warme Julibrise und ihre Texte sind liebenswert leicht und albern („I don’t have digital / I don’t have diddly squat“). Fast jede Gitarre hier schimmert entweder wie Sonnenschein, der vom Ozean glänzt, oder vibriert wie Hitzewellen, die von der offenen Autobahn schimmern. Und eine Gästeliste, die Stevie Nicks, Lenny Kravitz, Don Henley, Natalie Mains von Dixie Chicks, Emmylou Harris und Liz Phair umfasst, macht die Party nur noch einladender.

Das Album endet mit einer strengen Note in „Weather Channel“, einer Reflexion über Depressionen, die trotz ihres düsteren Titels dunkel und düster ist. Von seiner kunstvollen Orchestrierung bis hin zu seiner sanften Emmylou-Harris-Harmonie ist es eindeutig als wichtiges Statement gedacht: „I got friends/They’re waiting for me to comb out my hair/Come outside and join the human race.“ Viele der Songs zeigen Sheryl Crow in Bestform, die Musik liefert, die fest in der Vergangenheit verwurzelt ist, aber dennoch mit einem modernen Gefühl und Flair aufgenommen und aufgeführt wird, etwas, das bei „The Globe Sessions“ fehlte.

6.9