Sallie Ford & The Sound Outside – Dirty Radio

Indie Rock, Mai 2011

Sallie Ford aus Portland, Oregon, klingt wie die kleine aufgeweckte Schwester von Shingai Shoniwa der Noisettes und wie die Cousine von VV Brown. Aber man könnte die Rollen auch tauschen, oder es die Vergleich direkt auf die Seite legen und auf das phantastische Debüt ‚ Dirty Radio ‚ von Sallie Ford and the Sound Outside aus dem letzten Jahr blicken. „What have these people done with music?“ beklagt sich Sallie Ford auf dem Eröffnungsstück ihres Debüt-Albums. Sie selbst nennt dabei CocoRosie, Cat Power sowie Sqirrel Nut Zippers als ihre wichtigsten Einflüsse und Tom Waits als ihr großes Vorbild. Seit 2008 verflechten Sallie Ford & The Sound Outside aus Portland Elemente von Swinging Roots Rock, Country, Jazz und Blues mit zeitgenössischer Lyrik – sowie Sallie Fords außergewöhnlicher Stimme.

Nach ihrer 2009 veröffentlichten EP ‚ Not An Animal ‚ erschien nun ‚ Dirty Radio ‚, welches mit Produzent Adam Selzer (Norfolk & Western), sowie ein paar zusätzliche Tracks mit Mike Coykendall (M. Ward, She & Him, Blitzen Trapper) aufgenommen wurde. Und eigentlich ist es schlussendlich ziemlich gemein – von wem auch immer – das ich diese Platte erst jetzt zu den kommenden Konzerten in Deutschland für mich entdecken durfte. Doch nun liebe ich diese Schrulligkeit von Sallie, Ihre starke Stimme und die unaufhaltsamen Rhythmen, die sich ziemlich hinterhältig erst nach mehreren Durchläufen in die Gehörgänge brennen. In ‚ Thirteen Years Old ‚ erzählt Ford die Geschichte eines jungen Mädchen, dessen Vater stirbt: „I’m only thirteen years old, and already life’s cold“, und fragt sich dabei:

“Will this go on for years and years?” Einfach umschrieben, macht ‚ Dirty Radio ‚ sehr viel Spaß. Aber die Songs regen auch zum Nachdenken an, sie klingen vertraut und erzeugen dennoch ein frisches Gefühl, so dass sich jeder Song besser anfühlt als der letzte.

7.4