Rosi Golan – Lead Balloon

Pop, September 2011

Das eröffnende Stück ‚ Paper Tiger ‚ ist ein breitgefächerter und ganz reizender Pop-Song, der zusammen mit Natalie Hemby geschrieben wurde. „You’ve got the loudest bark/ but you’ve got no bite/ It’s a funny sight to see Like a paper tiger hanging on a string/ darlin you don’t bother me“. Rosi Golan verarbeitet auf Ihrem neuen Album ‚ Lead Balloon ‚ das Gesehene der letzten Reisen durch die Vereinigten Staaten und London. Die in Israel geborene Songwriterin zeigt uns nun das Ergebnis, verpackt in einer wundervoll ansprechenden Mischung aus Americana und Folk. Natürlich steht auf Ihrer Platte ganz die goldene Stimme im Mittelpunkt. Die Instrumentierung ist meist unaufdringlich und akustisch orientiert. Klavier und Streichorchester setzen meist nachhaltige Akzente, während Bass und Schlagzeug mehr die ergänzenden Rollen übernehmen. ‚ Flicker ‚ erklingt in unseren Ohren wahnsinnig zerbrechlich, die Melancholie umspült dabei nostalgische Klänge, während ‚ Everything Is Brilliant ‚ mit trotziger Stimme am Liebsten an nichts anderes glauben möchte.

Die Liste der begleitenden Musiker auf ‚ Lead Balloon ‚ gestaltet sich vielseitig, wobei oftmals Produzent Berg die Songs mit Keyboard und Bass begleitet. Ein bemerkenswerter Gast ist auch David Rawlings (im Stück ‚ Flicker ‚ ), musikalischer Partner von Gillian Welch. Es gibt zudem viele Beispiele intelligenter Pop-Songs auf dem neuen Album, doch absolut mitreißend ist ‚ You and I ‚ in Kollaboration mit Johnny McDaid. Die unkomplizierte Schönheit solcher Songs liegt hauptsächlich darin, auf Genre-Klischees vollständig zu verzichten. Schlussendlich bleibt ‚ Lead Balloon ‚ eine selbstbewusste Wanderung durch 39 Minuten Spielzeit und einzig die Tonqualität lässt mir eine Beschwerde über die Lippen huschen. Aber der Loudness-Krieg ist wohl inzwischen in jede Ritze gekrochen. Doch ungeachtet dessen bietet das neue Album alles andere, als was der Titel zu Beginn vermuten lässt. Empfehlenswert.

8.0