Rose Hill Drive – Americana

Rock, VÖ: Juli 2011
Ausgehend vom eher traditionellen Hardrock-/Bluesrock-Sound ihrer früheren beiden Alben haben ROSE HILL DRIVE ein originelles Album geschaffen, das ihre Tributabsicht gekonnt mit dem zeitgenössischen Einsatz elektronischer Musikeffekte verbindet.

Um die Vergleiche in dieser Kritik einmal ruhen zu lassen, den Rose Hill Drive benötigen als eigenständige und vielseitige Retro-Rock-Band solche Anlehnungen und Schmeicheleien nicht, folgt nun der Blick auf das gleichnamige Eröffnungsstück ‚ Americana ‚ der jungen amerikanischen Band aus Colorado. Ein Quartett mit der gemeinsamen Liebe für den Rock der 70er Jahre, meißelt sich erneut ein unverkennbares Markenzeichen aus psychedelischen Riffs, konsequenten Basslinien und hintergründigen Drums. Den im Vordergrund will Sänger und Bassist Jacob Sproul stehen, der sich schon bald mit seinem betäubenden Gesang durch die zweite sich entladende Gitarre kämpft und damit das Konzept des Rose Hill Drive zu einer funktionierenden Einheit verschmelzen lässt. ‚ Telephathic ‚ und ‚ Baby Doncha Know Your Man? ‚ drehen dann allmählich die Richtung und bedienen sich an fusselnden Gitarren-Riffs und sauberen Blues-Rock-Gitarren-Melodien.

Besonders ‚ Baby Doncha Know Your Man? ‚ glänzt dabei durch seinen einzigartigen Sound, den klassischen Refrains und der zugleich modernen Ausführung. 2003 begannen die Brüder Daniel Jacob Sproul zusammen mit ihrem Kindheitsfreund Nate Barnes im Keller der Familie Sproul in Denver erstmals zusammen zu musizieren. Im Jahr 2006 erschien Ihr selbstbetiteltes Deübt und 2008 wurde der Nachfolger veröffentlicht. Ihrem Sound sind Rose Hill Drive treu geblieben, wenngleich ‚ America ‚ erstmals eine faszinierende Mischung aus modernen und zugleich nostalgischen Elementen vereint. Einprägsamen Psychedelic-Rock reiben uns die Herrschaften im vierten Stück ‚ Pictures Of You ‚ auf die Brust. Ein verträumtes Lied voller wiederholender Synthesizer und kreischender Gitarren-Riffs. Doch auch ziemliches krankes Zeug lässt sich zum Beispiel im Stück ‚ Speed Dial ‚ finden. Ein bluesiger Walzer zwischen knallharten Beats endet in einem euphorischen Schlussakt.

Leider wird zwar anschließend der dominant traditionelle Hard Rock / Blues-Rock-Sound sehr beliebig, doch mit dem sanftmütigen Stück ‚ Birds Against And Breakups ‚ gelingt dem Quartett ein sehr nachhaltiger Song, dessen individuelle Position innerhalb der Platte auch das abschließende ‚ Birthdays And Breakups ‚ nicht mehr streitig machen kann. Rose Hill Drive perfektionieren Ihren Psychedelic-Rock und lassen Ihn auf ‚ Americana ‚ unangestrengt mit der Zeit gehen.

8.0