Rich Aucoin – We’re All Dying To Live

Indie Pop, VÖ: November 2011

Ich habe ein bisschen überlegen müssen, doch schlussendlich wurde der Entschluss gefasst es besser zu finden, den Song ‚ It ‚ heute zum ersten Mal zu hören und damit glücklicherweise dem bereits oft zitierten Werbespot von REWE und dem DFB entkommen zu sein. ‚ It ‚ von Rich Aucoin aus Halifax ist ein musikalisches Wunderwerk. Diese großartige Zielstrebigkeit, die simple Perfektion, diese Energie und Leichtigkeit – jeder kennt dieses Gefühl, jeder hat es bereits selbst gespürt und doch wird es sicherlich bei den meisten schon viele Jahre zurückliegen. Wir waren noch kleine Kinder, spielten gemeinschaftlich im Sandkasten und wussten nichts von den Sorgen um uns herum. Rich Aucoin entflammt dieses Gefühl für einen kurzen Moment und kreiert damit eine wahre Elektro-Pop Dance Explosion – der mit ‚ The Greatest Secret In The World ‚ sogar noch eine Extra-Zugabe spendiert wurde.

Man sollte demnach auch nicht vor der unübersichtlichen Tracklist erschrecken, denn angeheftete Verlängerungen gibt es davor und auch danach in reichlicher Fülle und sind sozusagen die jeweiligen Intros und Outros. Dazwischen tummeln sich in seinen Songs verschiedene Musiker, Freunde und Fans aus ganz Kanada, die dem musikalischen Sammelalbum einen ganz besonderen Touch verleihen. „Dieses gemeinschaftliche Album zu machen war ein wunderbarer Weg um Zeit mit all diesen großartigen Künstlern zu verbringen und von ihnen zu lernen“, sagt Rich über die Entstehungsphase des Albums. Produziert wurde ‚ We’re All Dying To Live ‚ von Rich zusammen mit Joel Waddell, von David Wrench (Caribou) gemixt und von Nilesh Patel (Daft Punk, Justice) gemastert. ‚ Brian Wilson Is A.L.i.V.E. (All Living Instantly Vanquish Everything) ‚ gehört dabei zu den Höhepunkten und bereitet einfach nur unheimlich gute Laune.

Insgesamt dominiert die Elektronik, doch schreibe ich hier nicht über die allgemeinen Vorurteile tanzbarer Beats, sondern über orchestralische Arrangements, die mit Blips und Bloops infektiöse Chöre untermalen, geschwungene Hintergrundmalereien zaubern und somit eindrucksvoll die ästhetischen Einflüsse von Bowie, Byrne und Wilson in bemerkenswerter Weise fortführen. ‚ We’re All Dying To Live ‚ wird man auch im Winter gerne auflegen, wenn der Tag keine Energie für den Körper lieferte und man so nach anstrengenden Stunden die eigenen Reserven mit kindhafter Leichtigkeit neu auftanken möchte.

8.1