Porridge Radio – Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky

Indie Rock, Mai 2022
Die neuen Songs gehören zu den besten und einfallsreichsten, die sie je gemacht haben, und sie beweisen, dass PORRIDGE RADIO, obwohl sie immer hell brennen, keine Eintagsfliegen sind.

Die erste Single „Back To The Radio“ aus dem neuen Album „Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky“ bewegt sich wie ein Gedicht: “We sit here together, laughing and talking / but I want to cry to you.” Texte ähnlicher Art sind durchweg zu hören, die oft banale Alltagssituationen mit dem tieferen emotionalen Aufruhr paaren, der im Inneren zu spüren ist: „“I got a splinter / the last time I visited you / but my body pushed it out.” Die Gesänge von Dana Margolin transportieren pflichtbewusst Emotionen und zeigen oft eine verblüffende Vielseitigkeit. Während die Texte von Porridge Radio oft voller kryptischer Metaphern sind, die uns raten lassen, bis wir zu einer erhellenden Einsicht gelangen, ist eine ihrer beeindruckendsten Fähigkeiten die Verwendung einfacher Wiederholungen. Mehrere Tracks auf „Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky“ nehmen eine Zeile und verwenden sie immer und immer wieder, stechen in uns hinein wie die Nadel einer Tattoo-Pistole, während die konstanten Eindrücke etwas Größeres, etwas Schönes daraus entstehen lassen. 

Das herausragende „Birthday Party“ enthält einige der besten Texte der Band; Texte wie „Invite me to your birthday party / Watch me cry across the room“ und „Panic sweats you wake up crying / Always feel kind of sick“ entfalten sich wie verheerende Vignetten. Es zeigt, dass der stille Schmerz und die Angst vor dem Verlassenwerden aus Unsicherheit und dem Glauben stammen, dass unsere Erzählerin sich selbst nicht liebenswert findet. Margolin ist bekannt für ihre flüchtige, bewegende Darbietung, und ihre Stimme erreicht hier eine solche fiebrige Höhe, dass sich jedes Wort am Ende des Songs anfühlt, als ob Glas zersplittern würde. Glücklicherweise ist der Band klar, dass ein ganzes Album mit Songs wie diesen ein bisschen viel sein kann, also gibt es auch einige leichtere Momente. „Trying“ mag voller Selbstzweifel sein (“If I was older would I know what to do with it… what if I never get it right?”), aber dank Sam Yardley’s ansteckender Percussion springt es wunderbar sanftmütig dahin. 

Der Titeltrack, der die Platte abschließt, ist möglicherweise das Schönste, was sie bisher aufgenommen haben – eine abgespeckte akustische Ballade, die für einen gedämpften, wenn auch untypischen Abschluss der Platte sorgt. Wenn eine Band ein Album veröffentlicht, das so maximal, roh und verlockend ist wie Porridge Radio es mit der Veröffentlichung von „Every Bad“ gelungen ist, kann es sich anfühlen, als wäre es eine unüberwindliche Aufgabe, die Dinge weiter auszubauen. Während Momente auf „Waterslide, Diving Board, Ladder to the Sky“ auf dem massiven Sound der Band aufbauen, findet die Band Erfolg darin, ihre eigenen Ängste anzunehmen und Selbstsicherheit zu gewinnen. Sie zeigen, dass sie das, was sie aufgebaut haben, nicht niederbrennen und neu anfangen müssen – sie können nach außen wachsen, nicht nur nach oben.

8.5