Pearl Jam – Dark Matter

Rock, VÖ: April 2024
Es wäre nahezu unmöglich zu behaupten, dass PEARL JAM mit dem Alter nicht verblasst seien. Aber sie sind immer noch hier, sie sind immer noch am Leben und nach allem, was man ihnen ansieht, sind sie dadurch besser geworden.

Sicherlich fragen sich viele von uns, die Pearl Jam im Jahr 2024 immer noch verfolgen, ob ein neues Album der Rocker aus Seattle notwendig ist. Kurz nach Beginn des Jahrhunderts richteten sie ihren Fokus auf ihre Live-Shows, bei denen sich die Steifheit der neueren Studios in kräftige Arena-Rock-Marathons auflöst. Das weitgehend unscheinbare „Gigaton“ aus dem Jahr 2020 trug wenig dazu bei, die Bedenken hinsichtlich ihrer Studioproduktion zu zerstreuen. Das alles soll heißen, dass „Dark Matter“ mit mehr Besorgnis als unverhohlenem Optimismus auf die Welt kommt. Glücklicherweise ist es wahrscheinlich ihr bestes Album seit der Jahrtausendwende. 

Eddie Vedder ging so weit, es als das beste Werk zu bezeichnen, das die Band je gemacht hat – eine archetypische Aussage für eine Band im späten bis mittleren Alter, und eine, die fast nie zutrifft. Aber in seinen besten Momenten ist es viel näher an der Art von Comeback-Album, das uns daran erinnert, warum wir die Musik überhaupt geliebt haben, statt der hohlen Nostalgie vergangener Erfolge. Ohne den Druck, sich beweisen zu müssen, abgesehen vielleicht von ihrem eigenen persönlichen Antrieb, tobt der Titelsong „Dark Matter“ mit ungezügelter Wut und Leidenschaft – eingebettet in experimentelle instrumentale Mäander. 

Nehmen wir zum Beispiel den Eröffnungstrack „Scared of Fear“, der in eine ambiente, New Age-freundliche Synthesizerlandschaft hineinrollt. Nach etwa 20 Sekunden bricht der metallische Peitschenhieb von Gossard’s Gitarre durch und Vedder’s sofort erkennbare gutturale Stimme ertönt. Mit dem letzten Track „Setting Sun“ endet das Album in einer ähnlichen Stimmung wie zu Beginn – es beruhigt uns mit einem volkstümlichen Gitarrenrhythmus über dem spärlichen Klopfen der Trommeln. Insgesamt ist „Dark Matter“ die interessanteste und energiegeladenste Platte seit „Backspacer“. Es scheint, dass es bessere Ergebnisse bringt, wenn man die Band dazu drängt, im Studio schnell zu arbeiten. 

Natürlich kommt einem das meiste Material hier bekannt vor, aber die Mitglieder gehen hier gefühlt sehr engagiert zu Werke. Da Andrew Watt auf dem Weg ist, der Rick Rubin der aktuellen Generation zu werden, der Veteranen-Acts wiederbelebt, war er für Pearl Jam in der Tat eine gute Wahl. Sie sollten es in ein paar Jahren noch einmal versuchen.

7.5