Noveller – Glacial Glow

Ambient, VÖ: Mai 2011
Was das neue Album am meisten auszeichnet, ist SARAH LIPSTATEs Kühnheit. Jedes Lied schreitet voran, auch wenn es einhüllend ist, und die meisten haben kurze Titel, die Ironie oder Unentschlossenheit meiden.

Sarah Lipstate, eine Transplantation aus Brooklyn, New York und ehemaliges Mitglied von Parts & Labor und One Umbrella, hat ihr viertes Album „Glacial Glow“ veröffentlicht, einen thematischen Ausflug in die filmische Instrumentalweisheit. Jeder Titel ist sehr unterschiedlich und geschickt beschriftet. Acht Songs mit einer durchschnittlichen Länge von etwa vier Minuten pro Song, keiner länger als sechs Minuten und keiner kürzer als 3:40 Minuten außer dem Intro. Dies ist stark akustisch und völlig ohne Gesang; Musik, die zweifellos perfekt zu einem Indie-Film-Soundtrack passen würde.

Ihre Klänge ähneln eher Silben und Sätzen als abstrakten Texturen. Das macht „Glacial Glow“ zu ihrem melodischsten Album, aber das ist nicht der Grund, warum es ihr bestes ist. Die verbesserte Zugänglichkeit ist einfach ein Nebenprodukt der Suche nach einer stärkeren, mutigeren Stimme. Es ist auch ein Nebenprodukt davon, dass sie sich mehr auf ihre Gitarre konzentriert als auf die Effektpedale, die sie daran anbringt. Noten und Akkorde stehen im Mittelpunkt, wo sie früher im Echo verschwimmen konnten. Hier herrscht immer noch viel Atmosphäre, aber die Ursachen dieses Effekts treten in den Vordergrund.

Der emotionale Kern von „Glacial Glow“ basiert auf „Alone Star“ und „Tuesday Before Poland“, die die Entfremdung des städtischen Lebens beschwören. Das Album stellt einen Wendepunkt für Lipstate dar, denn es bietet einige ihrer kompositorisch stimmigsten und raffiniertesten Songs, ohne dabei den Schwung und die Zügellosigkeit ihrer früheren Werke zu opfern, was es zum bisher vollständigsten – und wahrscheinlich zugänglichsten – Noveller-Album macht.

8.0