No Age – Nouns

ExperimentalIndie Rock, Mai 2008

Nach nur einem kurzen Jahr sind ‚ No Age ‚ bereits mit neuer Platte zurück gekehrt. Wer das Erstlingswerk ‚ Rip It Off ‚ kennt wird die neue Platte ab der ersten Sekunde lieben. Da soll mal einer behaupten heute würde sowas nur noch mit modernsten Technologien funktionieren. Die beiden Amerikaner verkörpern wohl das Paradebeispiel des Experimentalen Rock des neuen Zeitalters. Kein glattgehobelter und fein polierter Sound sondern viel mehr bestückt mit einer Vielzahl an wunderbaren Fehlern, verstümmelten Gitarrenriffs und besitzergreifende Drums die nur noch von Randy Randalls kaputt- klingenden Mikrofon übertroffen werden können. Doch beginnen wir von Vorne. Beginnend mit der Platte ‚ Nouns ‚ selber. Hier erwarten dem Hörer nicht nur eine harmlose allerwelts Standart CD mit Inhalt, sondern vielmehr gleich ein ganzes Buch, vollgestopft mit Landschaftsaufnahmen und Impressionen aus dem Tour Leben der No Age. Dieses ganze entspricht aber keineswegs dem Inhalt der Platte. Denn der ist ungestüm, laut und meist unverständlich verteilt auf zwölf Tracks. ‚ Miner ‚ beginnt erst abtastend, macht den Hörer neugierig auf das was wohl gleich kommen mag bevor er ab Sekunde neunzehn ohne Umschweife direkt loslegt. Ohne Punkt und Komma wird losgerockt was das Zeugs hält, Gitarren und Drums in ihre Einzelteile zerlegt bevor mit ‚ Eraser ‚ und ‚ Teen Creeps ‚ zwei echte wahnsinns Lo- Fi Nummern kommen die einem nach kurzem melodiösen Intro sofort da packen werden, wo es dem männlichem Geschlecht am meisten weh tut. Diese kurzen Punk Kracher lassen auch an die großartigen Thermals erinnern, die mit Ihrem ersten Album ähnliches vollbracht haben. Nach diesen drei dicht gedrängten Nummern die kaum Platz zum atmen ließen wird es mit ‚ Thing I Did When i Was Dead ‚ wieder ein Stück weit ruhiger. Weit weg vom Rest präsentieren sich auch ‚ Keechie ‚ und ‚ Impossible Bouquet ‚. Wobei die letzteren vielmehr Züge von Klangexperimenten aufzeigen als richtige Melodien. Lässt auch streckenweiße an die Pyramids erinnern, die auf Ihrem Album ähnliches mit draufpackten. Dennoch kann man hier nicht von einem Ausfall oder Qualitätsverlust sprechen, vielmehr zeigt es wie vielfältig No Age sein können. Hier werden nicht nur stupide Noise- Arrangements aneinander gereiht sondern eben auch mal kräftig aus der Reihe getanzt bevor es dann wieder mit viel Hau- drauf in die nächste Runde geht. ‚ Here Should Be My Home ‚ ist so einer. Straighte Gitarren und mit viel Verve lassen No Age diesen Song zu einem besonderen auf den Platte werden. Kurz aber auf den Punkt gebracht, mehr muss es ja schließlich auch nicht sein wenn man in zwei Minuten alles mit einbaut was die Instrumente herzugeben bereit sind. Letzter Song ist ‚ Brain Burner ‚ der verspricht was Ihm Titel schon angedeutet wird. Nochmal ein echter Ohrwurm Kracher der glücklichweiße mit der perfekten Unvollkommenheit aufhört, die No Age so sympathisch macht.

8.6