Nikki Lane – Walk of Shame

AmericanaCountry, VÖ: September 2011
NIKKI LANE schreibt mit ein bisschen Witz und ein bisschen Humor in der Art, wie sie ihre moderne Sichtweise auf Beziehungen anspricht. Dieses Album ist die Zeit und das Geld wert.

Die gebürtige Sängerin Nikki Lane aus South Carolina verließ den Süden in Richtung der hellen Lichter von Los Angeles und kehrte dann zurück an die Ostküste, wo sie sich in New York City versteckte und ihre ersten Songs schrieb. Die Themen des Albums sind die übliche Kost, das einer sitzen gelassenen Liebhaberin, die niedergeschlagen darüber ist, von ihrem Freund verlassen zu werden, und es sich herausstellt, dass er sein eigenes Album aufnimmt. Als sie in ihrer Wohnung in New York schrieb, sprudelte alles heraus: “I wrote a whole album in a month’s time and just decided I was going to make a record in Nashville. It was like my revenge record.” Ihre Songs treten in die Fußstapfen von Waylon Jennings, Loretta Lynn, John Prine & Merle Haggard. Sie ist eine zeitgenössische Country-Künstlerin, die Geschichten im Songformat erzählt.

Lane’s Stimme ist groß und frech, obwohl sie manchmal die schärferen Kanten ihres südlichen Akzents überspielt, und wenn sie Emotionen auslöst, sorgt sie dafür, dass sie bis in die letzte Reihe des Publikums getragen werden; sinnbildlich in der tiefen, halligen Produktion, die an Neko Case’s frühe Alben ohne die gleiche emotionale Schwere erinnert – und wir haben eine talentierte Künstlerin, die immer noch die Feinheiten lernt, wie ihre Musik im Aufnahmestudio funktioniert. Aber Lane hat viel Selbstvertrauen und eine Stimme, die ihrem eigenen Selbstwert gerecht wird, und als Autorin kann sie die Höhen und Tiefen der Liebe mit Intelligenz und mutigem Witz vermitteln. Lane hat viel Raum zum Wachsen, und „Walk Of Shame“ könnte etwas Abwechslung von der konfessionellen lyrischen Qualität gebrauchen. 

Die Zeit wird sehen, ob Lane in ihrem Wortspiel abenteuerlustiger wird und ob das, was sie zu sagen hat, der Art und Weise, wie sie es sagt, gleichkommt. Letztlich macht es Spaß, sich das Album anzuhören, weil die Einflüsse vielfältig sind, aber sich alle thematisch gut als Konzept anfühlen.

7.0