Nicole Atkins – Mondo Amore

AmericanaSoul, VÖ: Februar 2011
Ausnahmslos jeder Song auf dem neuen Album von NICOLE ATKINS ist gut anzuhören. Die Musik ist abwechslungsreich und gut gemacht, der Gesang hervorragend.

Nicole Atkins‘ Debütalbum „Neptune City“ aus dem Jahr 2007 war eine entzückende Aktualisierung der Rock’n’Roll- und Folk-Tradition der 50er Jahre, die als perfektes Schaufenster für ihre außergewöhnlichen Stimmbänder diente. Viele von diesen Liedern, die sie mit ihrer Band The Sea in Schweden aufgenommen hatte, schienen Atkins‘ neues Leben als Rockstar aus einer unschuldigen, manchmal naiven Perspektive zu erkunden und besangen hauptsächlich die Heimatstadt der Singer-Songwriterin in New Jersey, aus der das Album stammt. Obwohl es sicherlich ein solides erstes Album war, war „Neptune City“ bei weitem nicht so herzlich und feurig, wie Atkins‘ Stimme sie immer wieder darstellen ließ.

In den vier Jahren seit ihrer Debütveröffentlichung hat Atkins‘ Leben eine Reihe drastischer Wendungen genommen. Sie brach den Kontakt zu Columbia Records ab, verlor alle Mitglieder ihrer Begleitband und trennte sich von ihrem langjährigen Freund – und das alles innerhalb weniger Monate. Ihre zweite Platte „Mondo Amore“ ist im Guten wie im Schlechten die Geschichte ihres Weges zurück. „Mondo Amore“ wird im Großen und Ganzen den großen Erwartungen gerecht, die seine kryptische Verpackung verspricht. Bei weiteren Untersuchungen scheint es, dass Atkins ohne Pech überhaupt kein Glück gehabt hätte. 

Nachdem den Verlusten schienen die Dinge, nun ja, verflucht. Ihr Verlust ist des neuen Albums Gewinn, denn zum Glück für uns ist Atkins sowohl eine Kämpferin als auch eine Liebhaberin, und „Mondo Amore“ ist der Klang einer Seele, die verzweifelt um den Knockout kämpft. Vierzig Minuten lang herumtreten, schreien, heulen und gelegentlich betteln. Eher egoistisch, es macht Spaß, ihr zuzuhören. „Mondo Amore“ demonstriert Wachstum im Songwriting dieser fesselnden Künstlerin, die zwischen zwei unterschiedlichen musikalischen Persönlichkeiten hin und her pendelt. Die eine ist düster und mürrisch, die andere stark und aggressiv. 

Manchmal klingt „Mondo Amore“ wie eine moderne romantische Gothic-Rock-Tragödie voller Herzschmerz und Verzweiflung, aber der Schmerz, den Atkins in ihren Texten zum Ausdruck bringt, führt letztendlich zu den angenehmsten Momenten des Albums.

8.3