Neil Young & Crazy Horse – World Record

Rock, VÖ: November 2022
WORLD RECORD ist ein Album der Akzeptanz, in dem NEIL YOUNG einen Blick auf sein Leben und seinen Planeten wirft und entscheidet, dass es immer noch viel Liebe gibt.

Das 15. Studioalbum von Neil Young & Crazy Horse ist mal idyllisch, mal trostlos und nähert sich so nah wie jedes andere, das Young aufgenommen hat, insbesondere in den letzten Jahren, einer klanglichen Annäherung an seine widersprüchlichen Gefühle über „this old planet”. Die Harmonien auf „Walkin‘ on the Road (To the Future)“ sind genauso warm, schön und berührend wie die der 70er-Jahre-Klassiker des Rockveteranen, während der kolossale und nachdenkliche 15-minütige Jam „Chevrolet“ noch mehr zum umweltbewussten Thema dieses Albums passt, als man denken könnte – neben seinen virtuosesten Gitarrendarbietungen. „Produziert“ von Rick Rubin, fühlt sich die Platte an, als hätten sie einfach auf „Record“ geklickt und die Bänder laufen lassen. „Love Earth“ ist ein mächtiges Eröffnungsstatement, dessen anmutiger, akustisch geführter Reiz durch Honky-Tonk-Piano und messerscharfe Slide-Gitarre ausgeglichen wird. „Overhead“ erhöht das Tempo zu einem sanften Hüpfen, die spielerische Atmosphäre wird durch Neil Young’s kauzige Bar-Room-Stimme ausgeglichen.

Wie viel Spielzeit man dem Album geben möchte hängt ganz davon ab, wie sehr man diesen Ansatz schätzt. Manchmal scheint das Spiel wirklich auseinanderzufallen, wie bei „Overhead“, aber nun, das sind Crazy Horse. Das heißt, nach diesem ausgedehnten Training für ihn und seine Lieblingsband klingt die gedämpfte Version von „This Old Planet Reprise“ wie der Mann, der über seinen Platz auf der Erde nachdenkt, um einen wirklich zum Nachdenken anregenden Effekt zu erzielen; diese Nummer ist nicht einfach eine weitere Reihe von Grübeleien über seine eigene Sterblichkeit oder auch nur eine Sammlung solcher Gedanken als ein Ende an sich. Es ist ein Ausdruck der Akzeptanz seines Schicksals im Leben, das umso befreiender ist, je intimer es wird. Folglich schließt dieser ehemalige Landsmann von Crosby, Stills und Nash mit seiner gewohnten Eigenart das Album mit einer höchst angemessenen Note ab. 

Dieses fünfundvierzigste Studioalbum von Neil Young zählt vielleicht nicht zu seinen größten, aber es ist vielleicht das lebensechteste Werk, das er je veröffentlicht hat.

7.2