MUNA – MUNA

PopSynth Pop, Juni 2022
Lebhafter als die früheren Alben von MUNA, gepaart mit einer süchtig machenden Musikalität, die viel zu viel Spaß macht, um sie nach einem einzigen Hören aus der Hand zu legen, macht MUNA zu ihrem bisher rundum fesselndsten Pop-Album.

Während das letzte Album der Band den Titel „Saves the World“ trug, sollte dies dasjenige sein, das sie in Superheldinnen verwandelt und ihnen die Macht und Plattform bietet, das Genre zu erobern – zumindest sind sie die Art von Mädchen, die glauben, dass sie es können. Der gleichnamige Titel des Albums passt perfekt zu MUNA, die als Gruppe voll und ganz verwirklicht werden: Das anbetungserfüllte „Solid“ und das Grenzen setzende „Anything But Me“ demonstrieren am besten, wie selbstbewusst und voller Zuversicht jeder einzelne Song ist. Selbst wenn Sängerin Gavin im Rückblick auf eine Beziehung in „Home By Now“ in Andeutungen des Zweifels schwankt, bleibt die übergreifende Botschaft, seinen Instinkten zu vertrauen, standhaft. Das neuste Werk des Trios aus Los Angeles, das jetzt bei Phoebe Bridgers’ Saddest Factory-Imprint unter Vertrag steht, ist eine bemerkenswerte Platte voller glänzender Synth-Pop-Einflüsse, die vor genug Überzeugung strotzt, um eine Rakete zum Mond zu schießen – und wieder zurück.

MUNA lieben es, das Wesentliche menschlicher Emotionen zu erforschen – Gefühle zu entdecken und Zuhörerinnen und Zuhörer zu vereinen, indem sie bisher unbekannte Offenbarungserfahrungen aufdecken. Die eifrige Fangemeinde des Trios kann sich damit auf jeden Fall auf ein paar weitere „personal attacks“ auf diese Platte freuen. “I used to wear my sadness like a choker,” beklagt „Loose Garment“, aber jetzt “I just let it flow”. Auf „Runner’s High“, einem weiteren queeren Disco-Tanzflächenfüller, singt die Band von Selbstfürsorge. “I’ve been doing almost everything I wanted to,” stellen die einführenden Zeilen fest. Der Großteil von „MUNA“ besteht aus diesen euphorischen Synth-Pop-Tracks. Und die gelegentlichen Anspielungen auf Country, insbesondere „Kind of Girl“, tragen die Geschichte weiter und lassen die Hymnen erstrahlen. Für eine Band, die sich stark auf Traurigkeit verlassen hat, mit tief verwurzelter Melancholie, die alles bisher Dagewesene durchzieht, ist es ein kalkuliertes Risiko, das sich mühelos auszahlt.

Inzwischen sollte klar sein, dass dieses Trio weiß, wie man eine Pop-Hymne schreibt – das ist hier offensichtlich – aber was noch wichtiger ist, „MUNA“ dient auch als solider Beweis für eine Band, die noch viele weitere Kapitel der Evolution in ihren Ärmeln versteckt hält.

9.1