Montañera – A Flor de Piel

AmbientElectronic, VÖ: Januar 2024
Mit gekonnt zurückhaltenden Synthesizern und elektronischen Texturen triumphiert A FLOR DE PIEL von MONTAÑERA, indem es traditionelle Klänge und Gefühle in etwas Frisches, Dringendes und Lebendiges rekontextualisiert.

Städte können einsame Orte sein, bis man sich zurechtfindet, besonders wenn man von einem anderen Kontinent angereist ist. Aber María Mónica Gutiérrez hat ihren eigenen Chor gegründet, um ihr Gesellschaft zu leisten. Die Singer-Songwriterin und Komponistin schichtet ihren Gesang mit ätherischen Effekten und erinnert an die zarten Ebenen von Imogen Heap, aber auch an die Musik ihres Heimatlandes Kolumbien – wie zum Beispiel Bullerengue, in der Gruppen von Frauen harmonieren, um Frieden zu fördern und Traditionen zu bewahren.

Gutiérrez zog für ein Musik-Masterstudium von Bogotá nach London und nennt sich Montañera. Auf Spanisch bedeutet es „Bergsteigerin“, was für ihre klanglichen Erkundungen passend erscheint: abenteuerlustig und doch einsam. Ihr Debütalbum „A Flor de Piel“ begann als Reaktion auf das Gefühl, von einem Ortsgefühl losgelöst zu sein, skizziert jedoch ihre eigene musikalische Welt. Sie mischt Instrumente und Klänge von Kolumbien’s Pazifik- und Karibikküste mit Einflüssen aus dem Senegal und Ambient-Elektronik.

„A flor de piel“ ist ein kolumbianischer Ausdruck, der als „geblühte Haut“ interpretiert werden kann, was bedeutet, von Emotionen überwältigt zu sein. Und tatsächlich hat das Album die nackte Verletzlichkeit und die meditativen Qualitäten, die entstehen, wenn einem stundenlang nur der eigene Korg-Synthesizer Gesellschaft leistet. „A Flor de Piel“ ist eine zutiefst experimentelle Minimal-Pop-Platte, die intuitive Elektronik, Gesangsschichten und einstudierte Klanglandschaften einbezieht und eine Welt für sich ist.

Während wir auf eine immer beängstigendere und ungewissere Zukunft zusteuern, ist Montañera’s „A Flor de Piel“ vielleicht genau das, was wir brauchen: eine tiefe Quelle der Kraft, die uns Frieden bringt und unsere eigene Reise ins Unbekannte begleitet.

7.9