Metronomy – Small World

Indie Pop, Februar 2022
Auch wenn SMALL WORLD nicht ganz so viel Schlagkraft wie frühere Veröffentlichungen von METRONOMY besitzt, ist es dennoch ein süßes und erhebendes Album.

Während das vorhergie Album eine weitläufige Mischung aus nachdenklichen Popsongs und Synthesizer-Experimenten war, die für unvorhersehbares und manchmal ungleichmäßiges Hören sorgten, macht Mount diesmal mehr mit weniger. Mit knapp neun Songs ist „Small World“ etwas mehr als halb so groß wie „Metronomy Forever“ und konzentriert sich fest auf Mount’s Songwriting-Fähigkeiten. Das eröffnende Stück „Life And Death“ schwelgt in kleinen Momenten, das vorsichtige Tick-Tack seines digitalen Pulses erinnert an Metronomy’s erste Veröffentlichungen. Eine ordentliche, herzzerreißende Einleitung, die Intensität ihrer Lyrik – „Oh my God, it’s life and death” – steht im Kontrast zur Sanftheit des Arrangements, das sich wie ein herzliches Willkommen von einem alten Freund anfühlt.

Mount’s Songwriting erstrahlt in einigen der aufrichtigsten Momente der Veröffentlichung so hell wie eh und je – „Loneliness on the run“ ist ein zurückgelehntes und lebhaftes Highlight. Obwohl ihr Sound auf akustische Grundlagen reduziert wurde, fühlen sich die Möglichkeiten der Band immer ungebunden an. „Hold me tonight“, ein Duett mit Dana Margolin von Porridge Radio, wirkt wie eine sternenklare Hommage an Mount’s Liebe zu seiner Frau, mit der er seit 10 Jahren verheiratet ist. „Right on time“ verfolgt einen eher hedonistischen Ansatz mit einem der tanzbarsten Rhythmen seit „The Bay“, Disco-angehauchten Geigenfiguren und einer Kombination aus akustischer Gitarre und Klavier, die als Einheit synkopieren, während „Love Factory“ mit dem Kontrast zwischen seinem zuckersüßen Arrangement und dem übersteuerten E-Gitarren-Solo im Mittelteil spielt. 

„Small World“ fühlt sich mehr wie ein klavierfokussiertes Album an als frühere Veröffentlichungen. Das 2019er Album „Metronomy Forever“ und die 2021er „Posse EP Volume 1“ waren mit peppigen Pop-Synth-Tracks angereichert. „Small World“ hingegen verfolgt einen viel zurückhaltenderen Ansatz. Tracks wie „I lost my mind“ und „Hold me tonight“ sind eindeutig Metronomy und könnten leicht auf einem anderen Album der Band ihren Platz finden. In ähnlicher Weise ist „Love Factory“ das perfekte Beispiel für Metronomy’s lustige und verspielte Herangehensweise an Texte. Auf der anderen Seite haben Tracks wie „Right on time“ und „Things will be fine“ einen fast alternativen Pop-Sound und würden sich auf einer Platte von Belle und Sebastian nicht unangemessen anfühlen.

„Small World“ schließt mit dem sanften Walzer-Pop „I have seen enough“. Es ist ein Track, der die reiche Tiefe von Joe Mount’s Stimme am besten zur Geltung bringt. Es ist ein weiterer Beweis dafür, wie gerne diese Band immer wieder Neuland betritt und dabei voller Selbstvertrauen ist. „Small World“ ist vielleicht die bisher größte Abweichung von ihrem Sound, aber es ist auch eine der herzlichsten und lohnendsten.

7.1