Maxïmo Park – Too Much Information

Indie Rock, VÖ: Februar 2014

Quirlig, ohrwurmend und knackig sind die ersten Minuten auf dem neuen Album von Maximo Park. ‚ Give, Get, Take ‚ puckert in bester Maccabees-Manier vergnügt durch den Rhyhtmus und es wird dabei kräftig mit dem Kopf genickt. Danach folgt was sicherlich schon alle kennen: das wundervolle ‚ Brain Cells ‚. Es eröffnet mit einer simplen vierteiligen Basslinie und den wehmütigen Gesängen von Paul Smith. Im weiteren Verlauf surren die wiederkehrenden Synthie-Sounds, es spuken die dunklen Töne durch die Melodien, während plötzliche Ausbrüche des Schlagzeugs dem Ganzen einen sehr dominierenden Rhythmus auferlegen. Maximo Park waren mutig – ist ‚ Brain Cells ‚ mit dem benebelten Synth-Pop doch alles andere als erwartet auf uns eingebrochen. Zudem zieht sich dieser Faden konsequent weiter und für eine Band, die beim fünften Album ihrer Karriere angekommen ist, ist ‚ Too Much Information ‚ eine bemerkenswerte Leistung. “Der Albumtitel drückt die Vielseitigkeit der Songs aus“, so die Worte von Smith: “Das Album klingt von vorne bis hinten immer noch wie Maximo Park, aber es stecken jede Menge Informationen drin.

Sie ist für die Momente, wenn man empfindlicher ist oder man sich einer Emotion aussetzen möchte, ob das nun der totale Überschwang ist oder etwas Melancholischeres oder Nachdenkliches. Der Titel schien mir das ganz gut rüberzubringen: Diese Art von Band sind wir.” Und darin liegt eigentlich auch die zentrale Aussage des Albums. Denn die beinahe hetzerischen Tracks vergangener Jahre sind Geschichte. Es regieren jetzt hell ausgeleuchtete Songs, teils einfach gestrickt, teils mit überraschenden Wendungen versehen. ‚ My Bloody Mind ‚ beispielsweise ist wie so ein ungestümer Wintersturm mit zahlreichen Verwirbelungen und eine Sehnsucht nach etwas, das man bereits hat und die einen überkommt, wenn man gerade aus ist und feiert. ‚ Is It True ‚ und ‚ Drinking Martinis ‚ darf man dann als kreative Pausen sehen, ‚ I Recognise The Light ‚ klingt im Anschluss irgendwie ungewöhnlich verkrampft und leicht verwirrt und so muss der geneigte Anhänger bis zum traumhaft schwingenden ‚ Midnight On The Hill ‚ warten, dass sich langsam während den Minuten hochschaukelt, an Lautstärke und Durchsetzungsvermögen gewinnt und letztlich durch die ungezwungene Herangehensweise begeistert.

Einen kleinen Trommelwirbel zu klassischen Maximo Park Rhythmen gibt es dann noch im vorletzten Stück ‚ Her Name Was Audre ‚ und endet schließlich im sanft ausklingenden ‚ Where We’re Going ‚. Es ist das Werk einer Band, die trotz ihrer beeindruckenden Entwicklung seit ihrem aufregendem Debüt ‚ A Certain Trigger ‚ aus dem Jahr 2005, nichts an Klasse und Spielfreude verloren haben.

7.0