Martha Wainwright – Love Will Be Reborn

PopRock, VÖ: August 2021
Wenn Kunst das Produkt von Leidenschaft ist, dann hat MARTHA WAINWRIGHT einmal mehr bewiesen, dass sie in der Lage ist, diese besser zu kanalisieren als die meisten anderen.

Da die letzten Veröffentlichungen von Martha Wainwright stark mit Gastmusikern bestückt waren, nahm sie dieses Album im Keller ihres Montrealer Cafés Ursa mit einer Band auf, darunter Josh Cole vom Vancouver Jazz-Ensemble, dem October Trio, sowie Thom Gill und Phil Melanson von den Toronto Indie-Poppern Bernice. Dies hat dazu beigetragen, Songs wie dem überraschend bulligen „Being Right“ und dem gefühlvollen „Body and Soul“ ein intimeres Gefühl zu geben. Die Zusammenarbeit mit Produzent Pierre Marchand führte auch zu einem erdigen Sound, der insbesondere im eröffnenden Stück „Middle of the Lake“ und „Rainbow“ auf das Gefühl von staubiger Dramatik des Alt Country eingeht.

Schmerz und Trost sind die beiden Pole, die diese neuen Songs leiten, und Wainwright’s Gesang fängt eine Fülle emotionaler Details ein; Wainwright klingt ein bisschen wie Kate Bush und reitet mit einer kühnen Bereitschaft, sich in das Unerwartete zu wagen, über die Melodien, und die Dynamik ihrer Stimme, die sich um die atmosphärischen Arrangements windet. Und wenn sich „Hole In My Heart“ hauptsächlich mit der berauschenden Aufregung einer neuen Liebe beschäftigt, ergänzt ihr Blick in die Vergangenheit nicht nur die dunkleren Emotionen der Gegenwart, sondern bietet auch vorausschauende Hinweise, die zu betörend wirken, als das man sie einfach ignorieren könnte.

Wie immer verbirgt Wainwright ihre Gefühle nicht und schreckt nicht davor zurück, diese lautstark auszudrücken. Songs wie „Middle of the Lake“, „Love Will Be Reborn“, „Report Card“ und „Rainbow“ sind kompromisslos ernst und nachdrücklich, allesamt sengende und ernüchternde Ausdrücke der Unruhe und Unzufriedenheit, die das Album insgesamt durchdringen. Doch selbst inmitten dieser scheinbaren Verzweiflung schwingt die Musik mit einer überschwänglichen Vitalität und einem dichten Ambiente mit, das jedem Song eine reiche und lebendige Beleuchtung verleiht, die weit über ihre dunkleren Arrangements hinaus schwingt. Der Abschlusstrack des Albums, „Falaise de Malaise“, markiert zwei Premieren für Martha, da das Lied komplett auf Französisch gesungen wird und sie mit der Klavierbegleitung zum ersten Mal ein Instrument auf einem Album spielt.

„Love Will Be Reborn“ ist angenehm intim, reduziert und erinnert uns daran, dass sie aus all dem Chaos etwas Bemerkenswertes aufbauen konnte.

7.6