Mariah Carey – Rainbow

Classic AlbumsHipHop/RapPopR&B, November 1999
Aufgenommen zum größten Teil in Capri, wohin MARIAH CAREY sich selbst verbannt hatte, ist RAINBOW eines von Mariah’s leichtesten und lustigsten Alben.

Das Album beginnt mit der ansteckenden ersten Single „Heartbreaker“. Die Hook des Songs, der zusammen mit DJ Clue produziert wurde, basiert auf einem Sample von Stacy Lattisaw’s „Attack of the Name Game“. Als erste erste Single von ihr mit einem Rapper schien es naheliegend, Jay-Z mit einzubeziehen. Das Musikvideo zeigt Mariah Carey selbst und als brünettes Alter Ego namens Bianca. Es gibt ein paar Songs auf dem Album, die sehr zeitgemäß sind, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Ähnlich wie der lateinamerikanische Einfluss von „My All“ auf ihrem vorherigen Album und Toni Braxton’s „Un-Break My Heart“ von 1996, ist das von David Foster assistierte „After Tonight“ einfach großartig. Es ist kein Zufall, dass der rasante Rap-Gesangsstil von „X-Girlfriend“ leicht auf einem Destiny’s Child- oder *NSYNC-Album Platz gefunden hätte, denn Carey hat dies gemeinsam mit Kandi Burruss von Xscape geschrieben, der für das Co-Schreiben einer Vielzahl von Songs verantwortlich ist („Bills Bills Bills“, „Makes Me Ill“, „No Scrubs“).

Leute, die Carey’s emotionale Balladen mögen, werden nicht enttäuscht sein, denn sie ist wirklich am größten, wenn sie von einem introspektiven, verletzlichen Standpunkt aus schreibt. Das therapeutische, inspirierende „Can’t Take That Away (Mariah’s Theme)“, das gemeinsam mit Songwriterin Diane Warren geschrieben wurde, half ihr, die schwierigen Momente mit dem damaligen Management ihres Labels zu überstehen. Sie spricht von Selbstvergewisserung und Stärke, wenn sie singt: „There’s an inner peace I own/Something in my soul that they can have.“ Auf halbem Weg durch die Tracklist eingebettet, ist „Vulnerability“ ein atemloses Intermezzo, bei dem Mariah über Romantik und Reue schwärmt; Das ist vielleicht nichts Neues, aber als einziger Track auf dem Album, bei dem Carey als einzige Autorin und Produzentin angeführt ist, fühlt er sich ein bisschen echter an. Wenn man es jedoch mit den anderen herausragenden Tracks der LP vergleicht, geht das Zwischenspiel „Vulnerability“ im Shuffle leider verloren.

Die Sängerin tut sich bei dem anregenden „Crybaby“ geschickt mit Snoop Dogg zusammen, wobei die Worte des Rappers wie Würfel über ihre samtigen Gesänge purzeln. Wie alle Alben von Carey ist auch dieses gelegentlich übertrieben und anfällig für Fehleinschätzungen. Aber was bei „Butterfly“ als Aufbruch begann, endet bei „Rainbow“ als Weiterentwicklung – vielleicht der erste überzeugende Beweis für Carey’s wahres Gesicht als Künstlerin.

7.0