Mandy Moore – Mandy Moore

Classic AlbumsPop, Juni 2001
Das selbst betitelte zweite Album von MANDY MOORE ist zwar nur eine reife Weiterentwicklung des Teenie Pop ihres Debüts, es ist aber nicht so, als würde sie sich hier vor der Tatsache völlig verstecken.

Es ist eines dieser Alben, die genau das prägen, was derzeit in der Musik passiert. Während Britney Spears und Jessica Simpson immer wieder davon schwärmen, in der Öffentlichkeit aufzuwachsen, macht Popstarlet Mandy Moore es tatsächlich. Mandy Moore, ihr drittes Album in drei Jahren, trägt den passenden Titel, da die 17-jährige Sängerin sich ein bisschen mehr kreative Kontrolle verschaffen konnte und sich damit deutlich unabhängiger als ihre Kolleginnen macht. „Mandy Moore“ ist ein erfrischend bescheidener Pop-Rock-Ausflug, der Moore die Möglichkeit gibt, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Die erste Single des Albums, „In My Pocket“, ist eine verlockende Abkehr von Moore’s früheren Hits. Die Songtexte des Tracks sind weitaus eindringlicher als alles andere in den jüngsten Bemühungen ihrer Kolleginnen: “Among the many muted faces/You try to find me in the spaces/You’re drawn to my song.” „In My Pocket“ ist einer von mehreren Tracks, die durch den erfahrenen Produzenten Emilio Estefan Jr. eine ausgeprägte nahöstliche Atmosphäre aufweisen, darunter das liebeskranke „You Remind Me“ und „Saturate Me“. 

Letzteres bietet sanfte Harmonien, Gitarren und eine Sitar, deren einfache Metapher mit Reinheit wiedergegeben wird: “My soul is evaporating…Storm around me, bring the tide.” Auch wenn Moore keine schlechte Sängerin ist, ist sie nicht besonders charismatisch, und das Produktionsteam nicht sonderlich namhaft. Also, warum ist „Mandy Moore“ so eine gute Platte? Wegen der Konsistenz. Das mag keine gewaltigen Verkaufszahlen generieren, aber alle Beteiligten arbeiten so hart, dass sie es geschafft haben, eine Platte zu produzieren, die durchweg zufriedenstellend ist. 

Es dehnt die Teen-Pop-Formel nicht zu aus, gerade genug, um der Platte Charakter zu verleihen, und Moore liefert die Songs robust ab, steht nie im Vordergrund, sondern fügt sich in die üppige, vielschichtige Produktion ein, sodass die Musik einfach als Ganzes hervorkommt. Moore strahlt auf ihrem neuen Album Raffinesse aus, die weit über ihr Alter hinausgeht. Man erinnere sich immer wieder daran: Sie ist erst 17.

6.9