M.I.A. – MATA

ElectronicHipHop/Rap, VÖ: Oktober 2022
Im Laufe ihrer Karriere hat sich M.I.A. kompromisslos zu den Problemen in Sri Lanka geäußert und sich außerdem gegen den Krieg und die Denuklearisierung ausgesprochen, was ihr auch zu einer treuen Fangemeinde verholfen hat. Sie scheut sich nicht davor, ihre politischen Ansichten zu teilen und bringt sie in ihrer Musik offen zum Ausdruck. Vor der Veröffentlichung des Albums hatte sie auch mit ihrer Impfskepsis auf Twitter für Aufsehen gesorgt.

Trotz einiger ihrer jüngsten Kontroversen kann man ihren Einfluss als Pionierin genreübergreifender Interpretationen von Pop, Rap und Hip-Hop nicht außer Acht lassen. Travis Scott hatte sie sogar zu einer seiner Lieblingsrapperinnen aller Zeiten ernannt. Auch wenn „MATA“ nicht viel Anklang gefunden hat, gelingt es ihr auf jeden Fall besser als dem Vorgängeralbum „AIM“, ihren unverwechselbaren Sound zu destillieren und fesselnde Mixe und Botschaften zu liefern. Bei „Beep“ geht es darum, sich mit dem sich wiederholenden Satz „Be free“ zu umarmen, wer man ist – eine wiederkehrende Botschaft im Herzen des Albums. „Popular“ erinnert eher an den gewohnten Sound, die rücksichtslose und unbeschwerte Haltung der Künstlerin. Dieser Song erinnert an ihren Chartstürmer „Bad Girls“ und etabliert sich als einer der Höhepunkte, indem er den Klang von M.I.A. verkörpert, den wir kennen und lieben.

Genauso zitierfähig ist sie in dem Bhangra-getriebenen „Energy Freq“, wo sie „got the party swinging like it’s a nunchuk.“ Bei „Zoo Girl“ und „Time Traveller“ erinnern die akustischen Akzente an eine erdfarbene Version von „KALA“. Obwohl „MATA“ gelegentlich an Simplizität grenzt, dient es auch als Erinnerung daran, dass M.I.A. immer noch besser darin ist, Protestlieder zu singen – und ihnen unterschiedliche Formen zu geben – als viele andere Künstlerinnen. „Marigold“, eine Klage, die auf dem Refrain „times are difficult/we’re gonna need a miracle“ basiert, ist einer der ergreifendsten Ausdrucksformen des Albums angesichts der Verzweiflung. Momente wie diese zeigen, dass M.I.A. nach sechs Alben immer noch eine bemerkenswerte Gabe hat, die Emotionen hinter den Themen zu erschließen. Die Konzentration auf diese Fähigkeit macht „MATA“ zu einem ihrer beständigsten Alben und nicht so sehr zu einem sicheren, sondern vielmehr zu einem klugen Ergebnis.

7.9