Lydia Loveless – Indestructible Machine

Country, VÖ: August 2011
LYDIA LOVELESS ist spirituell irgendwo auf derselben musikalischen und lyrischen Ebene wie die Bottle Rockets, Old 97s und die mächtigen Slobberbones und sollte unbedingt im Auge behalten werden.

Die talentierte 21-jährige Lydia Loveless aus Columbus, Ohio, bietet mit „Indestructable Machine“ über das Label Bloodshot Records ihr erstes Album mit internationalen Ambitionen an. In einer klassischen Bloodshot-Mischung aus Punk und Country präsentiert Lydia zur Freude vieler Fans einen kühnen Sound und derbe Inhalte. Sie hat eine große, kehlige Stimme, die auf den ersten Blick an Neko Case’s Stimme erinnert, aber die von Loveless ist größer, reicher und ausdrucksvoller – ihr Gesang verehrt mehr die Sängerinnen Lynn und Jeannie C. Riley. Unterstützt wird sie von einem echten Country-Sextett mit Leadgitarrist Todd May, Banjo-Chef Rob Woodruff, Pedal-Steel-Spieler Barry Hensley, Geiger Adrian Jusdanis, Ben Lamb am Bass und Parker Chandler an den Fellen. Das Album beginnt rasant mit „Bad Way to Go“. Das Banjo und die Gitarre kämpfen um die Vorherrschaft, die Snare- und Kick-Drums huschen im Galopp und Loveless hüpft über einer stürmischen Basslinie.

Dieses Album ist lustig, aber nicht immer witzig. Es ist dunkel, aber nicht immer tiefgründig. Es ist traurig, aber nicht immer gefühlvoll. Viele der Songs auf diesem Album sind geschäftig, und wenn man dies zu Lydia’s ungewöhnlicher (nicht unbedingt schlechter) Kadenz hinzufügt, wirkt es für den Musikverstand einfach ein wenig inkongruent und verwirrend. Ein Teil dieser Verwirrung ist absichtlich im ersten Song „Bad Way To Go“ enthalten, der mit einer soliden Eingängigkeit wieder auflebt. „Can’t Change Me“ ist ein weiterer eingängiger Titel, der zu „More Like Them“ führt, das den Stil von Cindi Lauper aufgreift und Visionen von Molly Ringwald beim Bop-Tanzen heraufbeschwört. An einigen Stellen ist dieses Album eher Powerpop als Cowpunk oder Country. Ja, es bleibt Country, aber nicht so, wie wir es kennen. 

Es ist ein Land, das von wilden Jugendlichen geplündert und neu aufgebaut wurde, genau wie Hank, Johnny, Loretta und Ryan es gespielt haben. Roh, rau, blutig und leidenschaftlich und mit wenig Respekt vor Regeln und Etikette. Das zweite Album von Lydia Loveless besteht abwechselnd aus einer Abfolge schneller Schläge ins Gesicht, gefolgt von der warmen, leidenschaftlichen Umarmung eines Liebhabers. So oder so, es fesselt unsere Aufmerksamkeit.

8.5